Sister Rosa (Die Neville Brothers über den Anlass und Beginn der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung)
December 1st, 1955, our freedom movement came alive, because of Sister Rosa you know, w e don’t ride on the back of the bus no more. Sister Rosa she was tired one day after a hard day on her job, when all she wanted was a well deserved rest, not a scene from an angry mob. A bus-driver said, „Lady, you got to get up, ‚cause a white person wants that seat“, but Miss Rosa said, „No, not no more, I’m gonna stay right here and rest my feet“. Thank you Miss Rosa, you were the sparks, that started our freedom-movement, thank you Sister Rosa Parks!
Now, the police came without fail and took Sister Rosa off to jail. 14 dollars was her fine, brother Martin Luther King knew it was our time. The people of Montgomery sat down to talk, it was decided, all God’s children should walk, until segregation was brought to its knee, we obtain freedom and equality. Thank you Miss Rosa, you were the sparks, that started our freedom movement, thank you Sister Rosa Parks!
So we dedicate this song to thee, for being the symbol of our dignity, thank you Sister Rosa!
Thank you Miss Rosa, you were the sparks, that started our freedom movement, thank you Sister Rosa Parks! Thank you Miss Rosa, you were the sparks, that started our freedom movement, thank you Sister Rosa Parks!
Auch wenn mein Ministrantentum bald ein frevelhaftes Ende finden sollte, Jesus Christ blieb mir immer wichtig. Konfrontiert mit ihm und seinen Ideen wurde ich halt nicht in Kirchen, welche mich architektonisch schon sehr beeindruckten, sondern mittels Bücher ungewöhnlicher und mutiger Autoren, Musiker wie Woody Guthrie, dem Kommunisten(!) Pete Seeger und natürlich Bob Dylan und damaliger Freunde. Einer davon war Heinz Stadlbacher, den ich über meinen Bruder Reinhold bei der Basilika, einem alternativ-christlichen Treffen Jugendlicher im Weinviertel, bei dem auch viel musiziert wurde, kennenlernte. Eine andere war Klaudia K, die mich aus ganz anderen Gründen animierte, dort am Ball zu bleiben. Mit Heinz teilte ich auch viele unchristliche Interessen, die uns zu eigenen Spassettln in Anton Kummerer’s Anwesen bei Ernstbrunn verhalfen. Kummerer war Missionar, Weltreisender (er war so gut wie überall und konnte wie kaum ein anderer davon erzählen) und er schuf damals schon ein nicht gerade ortsbildgerechtes schlossartiges Heim namens Janua Vitae für Waisenkinder und Geflüchtete. Schon als Kind in der Nachbarschaft war ich fasziniert von ihm und seinen Geschichten. Er legte beim Bau hauptsächlich selbst Hand an und das zwischen April und Oktober auch nackt, was vielen ehrwürdigen Ortsbewohnern natürlich ein Dorn im Auge war. Mir nicht, ich half ihm in den Ferien meiner Ernstbrunner Schulzeit. Im 20. Wiener Bezirk ist inzwischen ein größerer Platz oder Park nach ihm benannt. Bevor die Räumlichkeiten ihrer Bestimmung zugeführt werden konnten, benützten also wir sie vorübergehend, die wir ein paar meiner SchulkameradInnen, mein Bruder Wolfgang und einiger seiner FreundInnen waren, bevor wir schließlich im Schloss Niederleis einzogen und den Jugend- u. Kulturclub Taverne gründeten. Eine konstante in den späteren 70ern und frühen 80ern war natürlich auch eine Disco.

Neben der Camera in der Wiener Neubaugasse gabs auch am Land draußen, nämlich in Niederkreuzstetten, eine Hütte, in der g’scheite Musik und keine Popschnulzen gespielt wurden. „Hot Light“ hieß diese und 2-mal erwarb oder ertrank ich mir ein Lokalverbot. Ein Grund dafür war auch meine Weigerung den „Atomkraft Nein Danke“-Button runterzunehmen. Der „Blaade“ und Wirt meinte nur „du glaubst woi, da Strom kummt aus da Steckdosn“, was ich natürlich bejahte, was ihn wiederum erst recht auf die Palme brachte. Nichtsdestotrotz lief er mir nach als er mitbekam, dass ein Trankler meinen vorm Haus parkenden alten Celica-Flitzer touchierte und sich aus dem Staub machte. „Do, Beda, host die Autonumma von dem Deppatn, der da grod in dein‘ Wogn eneduscht is“ meinte er, ehe er mich wieder an mein Lokalverbot erinnerte. Egal, seine Tochter Rita ließ mich durch die Hintertür wieder rein! Bevor ich mit Heinz auf Schloss Niederleis das jährliche Dylan-Festival ins Leben rief, starteten wir im Hot Light quasi einen Probegalopp, indem wir lautstark den “Alten“ oder ähnliches erdröhnen ließen und parallel dazu die deutschen Übersetzungen vorlasen. Wider Erwarten funktionierte dies sehr gut und die Leute tanzten zu Sozialkritik & Protestsongs, wie auch zu verzweifelten Liebesliedern und „Rita May“. 1983 hatten wir nicht nur Dylan-wegen einen Literaturschwerpunkt im Schloss und wir gewannen H.C. Artmann eine Zeit lang fast als Stammgast. Vor allem seine spontanen Formulierungen und Schilderungen hatten uns fasziniert, mussten wir doch zugeben, nicht allzu viel von seinen bekannten früheren Werken, Büchern und Geschichten zu kennen. Danke Picco, für die Vermittlung! Bis in die 90er traf ich H.C. noch des Öfteren, unter anderem bei gemütlichen Runden in einem seiner Stammwirtshäuser in der Wiener Naglergasse. „Meine heimat ist Österreich, mein Vaterland Europa, mein wohnort Malmö, meine hautfarbe weiß, meine augen blau, mein mut verschieden, meine laune launisch, meine räusche richtig, meine ausdauer stark, meine anliegen sprunghaft, meine sehnsüchte wie die windrose, im handumdrehen zufrieden, im handumdrehen verdrossen, ein freund der fröhlichkeit, im grunde traurig, den mädchen gewogen…“

Nachdem ich meinen Job in der Wiener City beendete, packte ich die Gelegenheit beim Schopf und flog mit Heinz ins lang ersehnte Amerika. Über NY gings erstmal nach San Francisco und Santa Rosa, wo Heinzen‘s Bruder Helmut lebte, der uns all seine Leute vorstellte und uns dadurch einen supertollen Einstieg in das einstige knallige Kalifornien ermöglichte. Eine Freundin lieh uns ihren alten Nissan, damals noch „Datsun“, oder war’s ein Mazda(?) mit dem wir die Umgebung erkunden konnten. Wir erklommen den Mount St. Helena, durchschwammen, wie alle dort nackt, den wunderschönen Russian River und besuchten mehrere Feste und Konzerte. Einmal wollten wir nur schnell auf ein Bier in ein mittelgroßes Pub in Frisco und registrierten dort einen Sänger und Gitarristen mit Schirmkappe samt seinem Bassisten. Er spielte Songs wie Cocaine oder After Midnight, die ich von Eric Clapton kannte. Er war aber „nur“ J.J.Cale, nämlich der, der diese Lieder geschrieben hat! Ein weiteres Highlight war das Sierra-Sun-Music-Festival, zwecks dem wir nach Sacramento pilgerten. The Band gaben 7 Jahre nach „The Last Waltz“ ihr Reunion-Konzert, Jerry Garcia spielte mit einer Abordnung seiner Grateful Dead und Etta James sang sich dort buchstäblich die Seele vom Leib.


Es war Juli und wirklich heiß, so verteilte man unzählige aktive Wasserschläuche, deren wir uns voller Inbrunst bedienten und uns „duellierten“. Ich sinnierte tatsächlich immer mehr, auch in diesem Kalifornien leben zu wollen, wären da nicht immer mehr und immer schönere Briefe meiner damaligen Freundin, die den Namen des erst kürzlich bestiegenen Berges trug, eingelangt.

Nach ca. einem Monat starteten wir mittels Greyhound-Bussen, das amerikanische Pendant unserer Interrail-Züge, in denen man auch ganz gut schlafen konnte, unsere Weiterreise bis letztlich New York, von wo aus wir das Rückflugticket hatten. Was wir nicht hatten, war genügend Cash und schon gar nicht sowas wie (damals noch nicht existente) Kreditkarten. Bestenfalls mickrige Schecks, die wir kaum wo einlösen konnten. Also mussten wir gut einteilen, um nicht zu sagen, schnorren! Vegas und L.A. ließen wir vorsichtshalber links liegen, in Santa Barbara jedoch ließen wir uns für ein paar Tage nieder. In Missions-Stationen konnte man günstigst oder um sonst die Nächte verbringen. Man konnte nicht vor Mitternacht ein- und musste vor 6h früh wieder auschecken. In New Orleans z.B. pennten wir so zu 90st auf 3er-Stockbetten, ich freiwillig ganz oben! Angekommen in Santa Barbara fragten wir die erste Entgegenkommende danach, was diese mit der Gegenfrage „wozu?“ beantwortete. Wir könnten ja ganz einfach bei ihr wohnen. Als wir am nächsten Morgen erwachten, lag im „Schaasgrabn“ unseres Doppel- oder Ehebettes eine schnarchende Boxerhündin und ein paar Meter vor uns ein gut gefüllter Pool. Von unserer Gastgeberin keine Spur, außer eine in Betrieb genommene Kaffeemaschine und ein Schummelzettel mit der Aufforderung und Lizenz zur Kühlschrankplünderung. Als wir königlich frühstückten, kam ihre Mitbewohnerin (wie sich herausstellte) ohne irgendwelche Fragen zu stellen und gesellte sich mit einem Drink zu uns. Es war Kalifornien und ziemlich konträr zu den anschließend durchreisten Südstaaten, wo wir beim Autostoppen oft stunden- bis tagelang nicht vom Fleck kamen. Wir versuchten es in beide Richtungen -Fehlanzeige! Nach längerer Wanderung zur nächsten Tankstelle sprachen wir einen LKW-Fahrer an, ob er uns bis zur nächsten Greyhound-Station mitnehmen könnte. Er richtete nur seine „Knarre“ auf uns, mit der Aufforderung, auf der Stelle zu verschwinden. Eine mittelältere Frau schrie panisch um Hilfe, als wir sie vorsichtig dasselbe fragten. Bei Corpus Christi nächtigten wir am Strand unter einem Baywatch-Turm, ohne zu wissen (oder sich zu erinnern!), dass oben am Turm auch genächtigt wurde. Als es gegen Morgengrauen vermeintlich zu regnen begann, dauerte es noch ein wenig, bis mich der Geruch zwang, die Augen in Betrieb zu nehmen, um zu spannen, dass der Kollege, mit dem wir am Vorabend noch gesoffen hatten, ohne seine Augen in Betrieb zu nehmen, sich genüsslichst entleerte. Samt und noch in unseren Schlafsäcken hüpften wir ins Meer, ein Meer voller Quallen, aber gottlob keiner feurigen. Von El Paso aus machten wir einen Abstecher über den Rio Grande nach Mexiko in die damals angeblich gefährlichste Stadt der Welt. Gefährlich scharf war’s, das Essen, aber gut, sehr gut sogar! Auf Key West konnten wir 2 Tage recht unkompliziert und entspannt bei einem schwulen Bierbrauer Namens Willie wohnen, der sich selber viel harmloser beschrieb als die dort herabfallenden Kokosnüsse. Ernest Hemingway konnte ein Lied davon singen, oder eben nicht mehr singen! Ein weiteres Ziel in Florida, dessen ich mich noch entsinne, war die älteste Stadt Amerikas, Saint Augustine. Schon schön & schön herausgeputzt, wahrscheinlich zu schön für uns, obwohl Heinz dort noch ein paar Tage verlängerte, während ich, da ich noch die Niagarafälle und kanadische Metropolen wie Toronto und Montreal erkunden wollte, weiter Richtung Norden aufbrach. Dort oben kam mir dann die „harte Währung“, die ich von meiner Mutter mitbekommen hatte, also nicht meine allerletzten Nickels & Dimes, sehr zugute. Inzwischen fast steinharte Lebkuchenkekse und das Fragment eines Kranzes harter dürrer Wienerwurst, die ich mit neugierigen KanadierInnen gegen frische Äpfel oder die eine oder andere Dose Bier tauschen konnte. In Niagara angekommen, bemerkte ich im Bus eine ältere Frau mit viel Gepäck, die ich natürlich provozieren musste, um meine Hilfe beim Tragen anzubieten. Es funktionierte tatsächlich, sie nahm meine Hilfe an und lud mich danach zum großen Fressen in ein ganz und gar nicht so schnelles Fastfood-Restaurant. Die letzten beiden Tage bis zum Rückflug verbrachte ich schließlich in der City von NY, schlenderte unter anderem beim Lone-Star-Café vorbei, um zu bemerken, dass Levon Helm und Rick Danko von The Band ein paar Tage zuvor dort aufgegeigt hatten, mit einem unerwarteten Gast bei dieser Session, von dem später noch ausführlich die Schreibe sein wird. Jetzt erst, 2025, hörte ich einen rauschenden Mitschnitt davon. Furchtbar! B’soffn! Schräg! Genial!! Und natürlich wollte oder musste ich hinauf, rauf aufs höchste Haus und es war nicht das Empire State Building, welches ich doch ungetrübt von gegenüber sehen wollte. Es wurde einer der beiden Zwillingstürme des World Trade Centers auserkoren, dessen Plattform ganz oben den optimalen Blick über Manhattan gewährte, aber nicht ahnend, was knappe 20 Jahre später damit passieren sollte. Als ich am 11. September 2001 beruflich im Wiener DZ zu tun hatte und vor einem Monitor eine Menschentraube stillschweigend mit offenen Mündern bemerkte, dachte ich eher an ein neues verrücktes Steven Spielberg -Machwerk, als an Realität, nachdem 2 Flugzeuge in die Türme donnerten, die daraufhin zerbröselten. Die Nacht im Sommer 1983 wollte ich im ca. 2 Jahre zuvor von Simon & Garfunkel bespielten Central Park verbringen, da es aber regnete, entschied ich mich anders und verblieb nebst „anderen Sandlern“ mit einer erschnorrten Tageszeitung und den letzten Resten meiner „Dürren“ in einer öffentlichen Bedürfnisanstalt. Ein paar Wochen später wieder in Wien wurde ich nachhaltig zum Vegetarier. Davor bin ich noch „ganz dringend“ für 14 Tage mit Helene im Zug nach Apulien gerattert. Otranto, Lecce, molto grandioso und am Rückweg beim Stopp in Padua noch Italiens damaligen Oberkarikaturisten kennengelernt, der uns natürlich zu verewigen hatte. Was ca. 40 Jahre später in und mit Amerika passieren sollte, entbehrt jeder und aller Worte. Joan Baez ist derzeit, Anfang 2025 fast täglich auf der Straße & und sie hat wieder mal die nötigen und richtigen Worte. Baez for Nobel-Peace-Prize!!!
Katharina lebte und arbeitete um 1990 herum 1 Jahr lang an der Ostküste, auch sie zog durch’s Land, knipste und war noch an und in einem der beiden World Trade Center -Türme. Waltraud bereiste mit Freunden Mitte der 90er-Jahre Kalifornien, Arizona und Umgebung, im November, wenn ich mich nicht irre, wo sie die Nationalparks zum Teil schon durch Schnee durchwanderte, aber nicht ohne leiwande Fotos zu schießen…


































