1000 & Eine Nacht hatte mich fast immer schon fasziniert, nicht erst seit „Lawrence Von Arabien“ und dem Verschlingen der Bücher von Paolo Coelho und Noah Gordon. Trotz des groben „Alkoholmangels“ in den meisten weniger oder mehr muslimischen Gegenden des nahen und ferneren Orients, begeistern mich derartige Bilder, Atmosphäre und Stimmungen ungemein. Eigentlich sollte es diesmal auch in den Jemen und auf die Insel Sokotra gehen. Ersteres vermasselte uns die brenzlige politische Lage inkl. Kriegszustände und Entführungen und 2teres war offenbar nur innerhalb einer geführten und sauteuren Tour möglich. Will ich nicht, brauch ich nicht! Wir konzentrierten uns auf den Oman und einige arabische Emirate, durch die wir von Dubai aus mit gemietetem sandtauglichen Allradwagen fuhren.

Dieses Dubai hatte mit seiner Altstadt, dem Creek, den Souks und seinen Bewohnern sehr wohl auch die sympathische Seite, was ich von gottspielenden Scheichs mit ihren futuristischen Irrsinnigkeiten nicht behaupten kann. „Sheiks walkin‘ around like kings, wearing fancy jewels and nose-rings“ Dank unserer Abhängigkeit und Hörigkeit von Öl und Treibstoffen geben sich viele als Sklavenhalter und die so gehaltenen, meist aus Süd- oder Südostasien stämmigen sind unterwürfig dankbar für irgendwelche halbwegs regelmäßige Einkünfte und stützen somit zusätzlich das System. Den Burj Kalifa, das mit fast 830 m welthöchste Gebäude, musste ich schon inspizieren, hatte ich doch als Kindergarten-Architekt einst meinen Lego-Turm bis zum Plafond hochgezogen. Nicht ohne hysterisch loszuheulen, als ich erstens damit oben anstand und zweitens die etwas beleibtere Tante, mich ob meiner maßlosen Verwendung aller Steine des Gartens tadelnd, sich plumpen Schrittes näherte und mein Werk zum Einsturz brachte. Unser Verweilen in diesem Emirat hielt sich jedenfalls in Grenzen. Wir steuerten die Halbinsel Musandam mit seinen imposanten Fjorden an, durchschipperten diese natürlich und schlugen in einem jugendherbergsähnlichen und erschwinglichen Matratzenlager auf, mit Blick Richtung nahem Iran und der dazwischen liegenden Straße von Hormuz. Städte wie Muskat, Sur, Nazwa und Salalah gefielen uns wirklich sehr, wie auch die imposanten Lehm-Dörfer und Burgen. Und überall wurden unsere Mädels, Waltraud und Astrid, wertschätzend und mit Respekt behandelt. „Plansee-Bader“ Klaus und ich hatten mehr mit dem erwarteten Problem der Bierlosigkeit zu kämpfen. Als uns der Entzug zu sehr plagte, enterten wir ein Nobelhotel, das wir üblicherweise großräumig umschiffen würden, um für teures Geld warmes Dosenbier zu ergattern. Auch wenn uns die verwendeten Fruchtaromen gewöhnungsbedürftig erschienen, pflegten wir zusehends das Rauchen der Wasserpfeife (Shisha), welches sich sehr gemütlich und kommunikativ mit netten Einheimischen tun ließ. Beeindruckend war natürlich das Erklimmen der beiden Sandwüsten, der Berge und Canyons und die wahrlich paradiesischen Wadis, die wir auch (hier leider nicht nackt!) durchschwimmen konnten. Steilküstenfischer versuchten uns wenig erfolgreich ihr Handwerk beizubringen. Spektakulär war’s allemal. Nähe jemenitischer Grenze fanden wir an einem der schönsten Strände der Welt eine größere Flamingo-Population und gar nicht so scheue wild lebende Kamele. Dort gibt’s auch Weihrauch-Stauden so weit das Auge reicht, also machten wir Bekanntschaft mit unterschiedlichsten daraus gewonnenen Produkten und ich erinnerte mich, als einstiger Ministrant leidenschaftlich und äußerst verschwenderisch damit herumgeräuchert zu haben…









































