Musikfeste waren immer schon und vermehrt nach meinem eigenen diesbezüglichen Engagement begehrtes Ziel innerhalb unserer Cliquen. Erst regelmäßige Besuche bei Jazz in Wiesen und Folk in Waidhofen, dann nach Roskilde, Montreux, Belfort und ähnlichen internationalen Events, mauserten sich 2 europäische Festivals zur alljährlichen Konstanten heraus. Kultodromler Othmar B versammelte eine Schar neu- und musikgieriger Weinviertler, der ich auch zeitweilig angehören durfte, um nach Rudolstadt im ostdeutschen Thüringen zu einem der umfangreichsten Weltmusikfestivals zu pilgern. Der Ort selbst war schon sehr schön mit seiner Fachwerksarchitektur am Fuße eines mächtigen Schlosses, für den Weg dorthin nahmen wir uns meist auch noch ein paar Tage Zeit, fuhren über Tschechien, Dresden und Erzgebirge rauf und über Bayern wie Bamberg oder Regensburg wieder retour. Ich nächtigte meist im Auto oder am örtlichen Campingplatz. Schlafen war da halt nicht so sehr angesagt, weil nach offiziellem Programm dort noch bis zum Morgengrauen irische Reels gegeigt wurden, ehe quasi zum Frühschoppen schon ab 8 die westafrikanischen Djembetrommler loslegten. Egal, der vorhandene saukalte Pool oder die benachbarte Saale ließ mich meist ganz gut oder halbwegs frisch in den vielseitigen Tag starten.


Unsere Mistelbacher „obergrüne“ Martina P wiederum war es, die einige von uns zum Folkfest ins friaulische Spilimbergo lockte. Am dortigen „Campo Sportivo“ konnten wir annähernd gratis unsere Zelte aufschlagen, hatten nicht weit in die malerische Stadtkulisse samt beeindruckender Mosaikschule, wo an mehreren attraktiven Plätzen wie auch auf einer großen Bühne feurige Musik bei meist ebensolcher Kulinarik dargeboten wurde. Der wunderbare türkisgrüne (aber nicht viel wärmere, als die deutsche Saale) Tagliamento war nur eine Fahrradtour entfernt und bot mit seiner anspruchsvollen Strömung und unseren daraus resultierenden Driftorgien ein wunderbar erfrischendes Vorprogramm zur abendlichen Kultur. Mehrmals war da auch mein gelber „Dolphin“, ein gut 40-jähriges Semperit-Kajak dabei und als mich mal die gerade erst kennengelernte Katharina begleitete, warb ich bei ihr darum, eine größere Etappe mit mir flussabwärts zu paddeln. Großspurig erzählte ich, trotz heftigen und stürmischen Seegangs im offenen Meer, noch nie gekentert zu sein und sie willigte natürlich ein. Nach nur ein paar hundert Metern, als wir in einen anderen und größeren Mäander gelangten, scheiterten wir schon kläglichst. Insgesamt kenterten und überwuzzelten wir 3 Mal bis wir endlich an die Höhe von Spilimbergo gelangten, wo wir einigermaßen erschöpft in Badehose und Bikini die erste zur Verfügung stehende Bar aufsuchten und 2 doppelte Grappae erschnorrten. Trotz dieser Peinlichkeiten blieb mir Katharina wie durch ein Wunder wohl gesonnen und erhalten. Ich litt weit mehr als sie beim verzweifeltn Grübeln nach der möglichen Ursache. Ich Depp hatte mich beim Eindringen in den schnelleren Flußabschnitt wie am Motorrad in die Kurve reingelegt, wodurch nur etwas Druck des „anderen“ Wassers reichte, um uns zu kippen. Genau das Gegenteil wäre, wie durchaus öfter in meinem lustigen Leben, g’scheiter g’wesn…





































