„I’ve made shoes for everyone (even you), while i still go barefoot“ Ich vermute ungefähr 12 oder 13 gewesen zu sein, als ich in der „Musicbox“ des, man glaubt es kaum, Ö3-Radios, oder war’s „Melody-Exclusive“, eine Stimme hörte, die mir Ganslhaut verursachte. Ja, ausgerechnet das (für viele) nervige Gequengel oder der verhaltensauffällige Gesang war es, was mich faszinierte. Noch dazu handelte es sich um eine Coverversion eines irischen Traditionals, welches der spätere Literaturnobelpreis-Träger da zum Besten gab. Da gings um eine Flora, eine sehr wilde und umtriebige Flora. Dazu, dass „meine“ spätere Enkelin den gleichen Namen trägt, hatte ich nichts beigesteuert, wild und umtriebig ist diese allemal! Das dazugehörige Album aus Anfang 70 herum, das heute als sein wahrscheinlich unbedeutendstes gilt, besorgte mir mein ältester Bruder, ohne selbst sonderlich Gefallen daran gefunden zu haben, wie ich vermutete. Ich mag es heute noch! Natürlich bekam ich bald mit, was dieser Interpret über 10 Jahre schon zuvor auch und vor allem als Autor fabriziert hatte und wofür er überhaupt stand. Das Gewissen Amerikas oder die Stimme der Generation wurde er genannt, womit dieser freilich nichts anzufangen wusste oder wollte. Trotz mehrerer politischer und vor allem brisanter sozialkritischer Alben der 60er Jahre, wollte er nicht wirklich etwas mit Politik, die er auch gerne als Instrument des Teufels bezeichnete, zu tun haben. Als Protestierender und Kommentator damals sehr wohl, funktionierte er doch wie eine Tageszeitung, um das rassistische, kriegstreiberische und reaktionäre Gebaren, vor allem republikanischer Verantwortlicher und ihrer Gefolgschaft, oder das mörderische Treiben des schon in den 50ern wütenden Ku-Kluks-Klans samt seiner rassistischen Gesinnungsgenossen (ungetschendert, denn es handelt sich fast nur um männliche Spezies) mittels seiner Songs zu dokumentieren. So steuerte er die ideale oder beinahe maßgeschneiderte Munition für die Bürgerrechtsbewegung und die längst schon nötigen Anliegen Martin Luther Kings bei. Zum Teil selbst vorgetragen wie beim „Marsch Auf Washington“, zum Teil und mehr noch durch seine Mentorin und Freundin Joan Baez oder durch Pete Seeger, Peter, Paul & Mary und viele andere. Er entwickelte bald eine an Metaphern reiche Sprache und Erzählweise, die größeren Interpretationsspielraum ermöglichten, in dem sich die meisten Hörer und Leser wiederfinden konnten. Mehrere seiner darauffolgenden Songs kennt man eher von Jimi Hendrix, The Birds, Manfred Mann, Robert Palmer, Nina Simone oder Bryan Ferry. Baez, die all die Jahre und Jahrzehnte extrem engagiert in der Szene blieb und noch immer ist, versuchte ihn bei der sprichwörtlichen Stange zu halten, was sie nicht allzu lange schaffen konnte. Er wollte sich nicht und von niemandem vereinnehmen lassen und wurde immer mehr zum völlig unberechenbaren, sich ständig wandelnden und immer wieder sein Publikum vor den Kopf stoßenden Querkopf. Gottseidank, würde ich behaupten, denn neben durchaus einigen oft krankheits-, alk- oder sonstiger drogenbedingter Peinlichkeiten in den 80ern und Anfang 90, kam es in seinen mehr als 60 umtriebigen Jahren zu unzähligen Perlen komplett unterschiedlicher Musiken, Stimmen und Stimmungen, sodass man oft daran zweifeln könnte, ob all dies von ein und demselben stammen kann (he really contains multitudes!).

Er lieh Keith Richards & Mick Jagger „Like A Rolling Stone“, brachte den Beatles Marihuana und bekam von ihnen „Melodie“ im Gegenzug. Für Bruce Springsteen, der aktuell gerade den desaströsen Zustand Amerikas, wie auch jenen der Welt treffend beim Namen nennt und seine Konzerte mit Dylans „Chimes Of Freedom“ beendet, für U2, Coldplay, Patti Smith, Robert Plant, Calexico oder seinen Laudator Jack Nicholson, für Michael Douglas, George Clooney, Bill Murray oder Jeff Bridges bis hin zu Michael Köhlmeier und Elfriede Jelinek, die ihren Literaturnobelpreis einst schon dem Alten überlassen wollte, wie auch unseren Schurli Danzer, Wolferl Ambros, Falco bis Sven Regener und BAP’s Wolfgang Niedecken, war und ist dieser Bob Dylan unvergleichbarer Initiator. Der letztes Jahr 100-jährig verstorbene ehemalige demokratische US-Präsident Jimmy Carter bezeichnete ihn als den bedeutendsten lebenden Zeitgenossen und Barack Obama antwortete auf die Frage eines Journalisten, ob er sich bei der Ehrung Dylans nicht brüskiert fühlte, weil dieser weder Muh noch Mäh dazu kommentieren wollte „was soll ich sagen? Ich bin nur der Präsident der Vereinigten Staaten, aber er …er ist Bob Dylan!“„Well, God is in his heaven and we all want what’s his. But power and greed and corruptible seed seem to be all that there is. I’m gazing out the window of the St.James Hotel and i know no one can sing the blues like Blind Willie McTell“ Und der so viel Gepriesene brüskiert fleißig weiterhin und tut nur, was ihm Spaß bereitet. So wie er eine Zeit lang seine Konzerte mit eigenwilligem Gitarren-Gezupfe oder Mundharmonika-Atemübungen verschandelte, obwohl er so gut wie immer die denkbar besten Musiker um sich versammelte, tut er jetzt gleiches mit fragwürdigem Geklimper am Klavier. Nicht immer, manchmal sind‘s wirklich geile Läufe, die er da hinkriegt, aber generell meine ich, nie ein perfektes Konzert gesehen oder nachgehört zu haben. Und was er überhaupt nicht ist, will oder kann, ist entertainen. Scheu war er sowieso fast immer und „Stagefright“ ist wahrscheinlich sein 4. Vorname. Aber glatte, perfekte Showmen & -Women sowie Stadien füllende Comedy-Stars, lassen mich ohnehin das Weite suchen, brauch ich nicht, wie auch die meisten gehypten Kabarettisten. Heutige Kabarett-Stars machen pseudolustige Weihnachtsfilme und sind in fragwürdiger Fernsehwerbung (Okay, der Alte war auch schon samt einschlägigen Kommentaren in einem Werbespot, allerdings gings da um geschmackvolle und ansehnliche Damenunterwäsche!). Wobei, abseits von Quoten gibt’s sehr wohl noch einige Komödianten, die den Mut haben, unpopuläre wie auch unangenehme Dinge anzusprechen und fähig genug sind, mehr als leere Phrasen deftig formuliert von sich zu geben. Aber meine Freunde und Innen können so sehr verrückt und lustig sein, das reicht mir, mehr brauch ich nicht, um meinen Spaß haben zu können, das ist gratis und unbezahlbar gleichzeitig und ich danke ihnen gnädigst dafür!
Unter Kabarett fällt vielleicht die Lust des Alten, sich unerkannt in die profane Menge oder als Besucher von eigenwilligen Veranstaltungen, wie dem Beatles-Rundgang in Liverpool, zu mischen oder auf den Spuren Neil Youngs zu wandeln. Sonnenbrille alleine reicht da nicht, die ist man ohnehin gewohnt an ihm, so zieht er sich die Kapuze oder ein „Hoodie“ tief ins Gesicht und streitet bei dennoch erfolgtem Erkennen, leidenschaftlich ab, er zu sein. Hat sich aber auch schon herumgesprochen, also werden inzwischen unbedarfte Bankräuber-Kretzen und Handtaschen-Fladeranten nicht selten für Bob Dylan gehalten, yeah… Witzig können Dylan-Gigs allemal sein, wie z.B. eine Geschichte aus den Niederlanden Anfang der 90er-Jahre, als eine originell „behütete“ Lady die Bühne stürmte, wie er gerade mit „The Times, They Are A Changin“ begann. Sie schlich sich ihm von hinten an und überraschte, oder viel mehr, erschrak ihn, sodass Securities dazu eilten, um sie wegzuzerren. Er selbst zerrte sofort an ihrem anderen Ende, behielt die Oberhand und sang alle Strophen mit ihr gemeinsam, sie schön und original, er grinsend und originell. The best oft the worst, oder umgekehrt, war in den 80ern, als Mick Taylor ohnehin in der Band war und als spezielle Gäste noch Carlos Santana, Eric Clapton, Jeff Beck und ich glaub auch Mark Knopfler, mit ihren Gitarren aufmarschierten. Die Solis spielte er bei Belustigung letzterer alle selbst! Naja, seine Wahnsinnsmusikanten dürfen schon mal. Bei ihrem Einstand, ihren Geburts- und ähnlichen Tagen oder bei ihrem finalen Gig geht schon mal unglaubliche Post ab. Überhaupt hat er mit seinen Leuten vor allem seit Beginn der „Never Ending Tour“ eine wirklich fantastische, kommunikative und inspirierende Art zu musizieren kultiviert.
Schon als es 1965 um die Aufnahme von „Like A Rolling Stone“ ging, arbeitete man ungewöhnlich. Unter anderem war der seinerzeitige Gitarregott Mike Bloomfield im Studio, die anwesende Orgel war unbesetzt und Mikes Freund Al Kooper, der als eventueller 2. Gitarrist mit von der Partie war, setzte sich mehr zufällig und unauffällig an das Tasteninstrument. Als dann der erste Take mitgeschnitten wurde, spielte dieser, da er die Nummer bis dato überhaupt nicht kannte, gut lauschend, leicht versetzt hinterher. Der Mischer wollte die Aufnahme gleich verwerfen, als Dylan ganz euphorisch meinte „das ist es, genau so macht’s Sinn!“. Und so kam‘s auch auf das legendäre „Highway 61 Revisited“-Album. Und Al Kooper? Er spielte dann mit Bloomfield und Stephen Stills die legendären Supersessions und gründete 1967 Blood, Sweat & Tears…
Mitten in meinem ersten Jahr im Wiener Gymnasium bekamen wir einen neuen und sehr selbstbewussten Kollegen vorgesetzt. Seine Mutter hatte die ca. 10 Jahre zuvor mit ihm, seinen Geschwistern und dem neuen Mann (der alte war der bekannte Wiener Architekt Peter Czernin) an ihrer Seite in den USA gelebt. Unter anderem 2 Monate lang in Woodstock als Haushälterin bei einem wirrlockigen Musiker und Poeten, der sich, nach Ereignissen wie sie heute blumig im „Compete Unknown“-Film erzählt werden, mit seiner Frau Sara gerade von den großen Bühnen in ein stetig wachsendes Familienleben zurückzog, aber nicht ohne weiterhin an Liedern und neuen Alben zu arbeiten. Die Vorliebe dieses Exzentrikers für überdimensionierte Haustiere und die diesen gewährten Rechte und Freiheiten erschwerten allerdings jedwedes Reinigungsbemühen und somit war trotz großer gegenseitiger Sympathie ein Ablaufdatum offensichtlich. Christoph, wie mein neuer Kollege hieß, prahlte mit dieser Geschichte und erntete Gelächter und Misstrauen, nur nicht bei mir! Er hatte jede Menge „Corpi Delicti“ oder Beweismaterial, gekrallt aus Papierkörben oder Mistkübel, in Form von handschriftlichen Aufzeichnungen und Text-Entwürfen später bekannter Songs bei sich, die ich nach Vergleichen mit Dylans Handschrift in Booklets diverser Platten als echt erkannte. Er überließ mir einige davon und ich gab sie im Laufe der 80er an noch verrücktere als mich weiter. In den 90ern erschien ein detaillierter Artikel dieser Story im Profil, der damit endete, dass Marlene Czernin, die dann schon 74-jährige Mutter, sich in die Stadthalle aufmachte, um ihren einstigen Hausherrn „wieder zu sehen“. Erst unlängst wurde bekannt, dass allein schon der Entwurf von „Mr.Tambourine Man“ bei einer Auktion in London 570.000 Euro eingebracht hat. Was solls, Geld verdirbt doch, oder? „You can’t take it with you and you know, it’s too worthless to be sold, they tell you, time is money, as if your life was worth its weight in gold. When you gonna wake up, when you gonna wake up, when you gonna wake up, strengthen the things that remain!“
Und dann endlich in 1978*, wir mussten in der 7ten Klasse gewesen sein, beschlossen Christoph und ich, mitsamt 2 anderen (später, aber doch) infizierten Schulkollegen, die für uns erste Chance, den Alten in Europa live zu sehen, zu ergreifen. Da wir alle kaum mit Taschengeld versorgt gewesen waren, wollten wir erst mal per Anhalter zum nächstgelegenen Ort, der bespielt wurde, nämlich dem historisch belasteten Nürnberger Zeppelinfeld, gelangen. Wir 4 langzotteligen Halbstarken hatten es aber nicht einmal g’scheid aus Wien raus geschafft, somit schlug unser Ältester, schon 18-jähriger und „Führer“schein Inhabender vor, den damals wirklich noch tschechischen und heckmotorisierten Skoda seines Vaters zu entwenden. Die Zeit wurde immer knapper und wir jagten diesen Untersatz über die (von wem wohl initiierte?) Westautobahn, bis schon in Grenznähe der quasi im Kofferraum befindliche, nur mäßig gekühlte Motor heiß lief und wir laut Empfehlung, zwecks Abkühlung, auf Raten bis in eine Werkstatt nähe Braunau(!) kamen …und dortblieben! Am Tag nach dem versäumten Open Air Festival mit Dylan, der dort vor Zig-Tausenden in die andere, total entgegengesetzte Richtung als jene, in die zuvor Adolf Hilter runterbellte, „Masters Of War“ sang, mit Sonny Terry, Brownie McGhee und mit Eric Clapton im Vorprogramm, der den Alten letztendlich noch bei „The Times They Are A Changin‘“ begleitete, begaben wir uns per notdürftig geflicktem Tschechenbomber wieder nach Wien. Wenigstens bekam der auf Reha (oder Entzug) befindliche Vater unseres Ältesten nichts davon mit, unsere zum Teil unlustigen Lehrer sehr wohl!

3 Jahre später war’s dann so weit! In der Münchner Olympiahalle wurde ich schließlich „entjungfert“. Mein Freund, Radiomoderator und Ö1-Kulturjournalist Hansi Langsteiner besorgte die Tickets und nahm mich mit in die Bayrische Kapitale, wo wir mehrere interessante Figuren der einschlägigen Szene kennenlernten, die dann bald auch schon unsere Festivals auf Schloss Niederleis beglückten. Seither kam Dylan halbwegs regelmäßig nach Wien. 1984 nebst J. Baez und Santana, der ihm nach seinem eigenen Gig, für ein paar Nummern mit seinem unvergleichlichen Stromruder zur Seite stand. Sein „USA for Africa“-Beitrag fällt eher unter Peinlichkeiten. Als eigentlicher Topact sollte er ohne viel Aufwand die Umbaupause für das finale All-Star-Aufgebot bespielen. Er kam mit seiner Wandergitarre auf die einsame Bühne und sagte seine Begleitmusikanten an „Keith Richards and Ronnie Wood! …I don‘t know, where they are!??” fügte er nach einer endlos langen Minute noch hinzu, ehe die beiden zugedröhnt, wovon auch immer, mit ähnlichen Gitarren und ihrem „Tschick“ im Mund dazustießen. Entweder gab’s keine Monitore, oder sie funkten nicht. Als der Alte, der damals 20 Jahre jünger als ich heute war, seine Kompagnons abwechselnd um Solis bat, spielten die Wolken blasend weiter ihr Schrumm-Schrumm. Erst nachdem ihm eine Saite riss, beendeten auch sie, tief im Glauben, die Nummer sei fertiggezupft, abrupt ihren Einsatz. Mir blieb der Spaß vorerst erspart, da ich da noch mit Helene und Hannibal in Kleinasien weilte und wir die Nacht (ca. 4 Uhr früh Ortszeit) nicht vor einer Glotze verbringen wollten. Meine Mutter allerdings tat dies, nur um ihrem Buben, den sie da schon länger nicht mehr gesehen hatte, auf diese Weise etwas näher zu sein. Sie fand’s natürlich schräg und befremdlich was sie da sah, aber das war für sie damals ohnehin bei fast allem so, was mich betraf. Wenngleich sie schon zuvor mal für eines unserer Dylanfeste in Michelstetten die Birthday-Torte buk, was via Ö3 sogar großflächiger wahrgenommen wurde. Angelika Lang, immer noch die(!) Stimme des ORF, besuchte uns da im Auftrag der „Musicbox“, um über‘s Mikrofon unsere Beweggründe dafür zu erfragen, Stimmungen einzufangen und die zuvor gekostete Torte zu loben.

Danach wurden Tom Petty & The Heartbreakers als seine Begleitband extrem gefordert. Die Setlist änderte sich fast täglich, manchmal komplett und fallweise auch während des Gigs. Die Tournee mit Grateful Dead blieb meines Wissens ausschließlich in den Staaten. Und spielte die Supergroup „Travelling Wilburys“ mit ihm, Petty, George Harrison, Jeff Lynne und Roy Orbison überhaupt live? Seit Ende der 80er gibt’s die sogenannte Never Ending Tour, die ihm wahrscheinlich einen Haufen Come-Backs ersparte. Seine Songs sind im Laufe dieser ca. 65 Jahre seines Werkelns von unzähligen anderen seiner KollegInnen gecovert worden. Meistens sehr nah an der Originalversion, nur mit (vermutlich) schönerem oder mehrstimmigem Gesang. Er selbst verändert, entwickelt, erweitert oder kürzt seine Nummern immer wieder, manchmal bis zur Unkenntlichkeit, nicht nur musikalisch, auch was die Lyrics betrifft. Da kommt‘s schon mal zu Überraschungen, wenn er sie hin und wieder (wia z’Fleiß) dann doch wie original von der Platte spielt. Seine Songs sollen leben und lebendig bleiben(!) wie er immer betonte. Vielleicht kam der Anstoß hierfür schon von Jimi Hendrix einst, dessen „Watchtower“-Version ihn derart begeisterte, dass er sie fortan selbst oft so zitierte. Im Todd-Haynes-Film „I’m Not There“ verkörperte ihn u. a. ein schwarzer oder farbiger Junge (weiß nicht, ob was davon korrekt ist…), der so zu sagen mit Woody Guthrie’s einstiger Wandergitarre samt Branding „This machine kills fashists!“ (…schon eher korrekt!), als fahrender Tramp und blinder Passagier per Eisenbahn die New Yorker Folk-Szene ansteuerte. Und die(!) Cate Blanchet als die puristische Masse verärgernder und verarschender Rocker, sowie als rumalbernder Kiffer mit den Beatles-Buben? Beide Besetzungen finde ich als besonders originelle und gelungene Herangehensweisen, den Alten, der da noch blutjung war, zu spielen. Seit geraumer Zeit betätigt der sich als auch als Maler und sogar als Kunstschmied. Seinen Pulitzer- und vor allem den Literatur-Nobelpreis feierte ich nicht zuletzt schon deshalb, da er Banausen wie mich über Musik erst zu Literatur brachte und zum begeisterten Bücherleser werden ließ. Erst lernte ich, auf Liedtexte zu achten (nicht nur die seinen), sie zu übersetzen, dann verschlang ich die Beatniks wie Keruac und Ginsberg bevor ich mir immer mehr AutorInnen aus aller Welt zu Gemüte führte, in den letzten Jahren vorwiegend Junge, heimische und deutschsprachige. Muss aber zugeben, dass vor allem die Frauen meiner persönlichen Umgebung um einiges mehr und vor allem konsequenter am Lesen sind, da ich mich viel zu leicht ablenken lasse, falls irgendwer irgendwo „ausg’steckt“ hat…


















