45) Buddha & Sry Lanka

In den 90ern hatte ich im südostindischen Tamil Nadu schon einige Sri-Lankesen über ihre Insel erzählen und schwärmen gehört. Erst gute 20 Jahre später, nachdem uns unsere liebe Freundin und „Expertin“ Marica gute Adressen und einen einheimischen Landeskenner nannte, der uns unkompliziert das mittige Bergland näherbringen würde, beschlossen wir endlich dort hinzufliegen. Die dichte Hauptstadt Colombo rang uns nicht allzu viel Zeit ab, in Negombo, wo wir auch unseren „Führer“ und Fahrer mitsamt seiner netten und talentierten Familie trafen, fühlten wir uns gleich recht wohl und heimelig. Nach 3 Tagen fuhren wir mit Irage, wie zuvor erwähnter hieß, weg von der Küste, in die fruchtbare Region von und um Kandy. Er wusste günstige und einfache Pensionen und Gasthäuser mit durchwegs sympathischen Betreibern. Am Programm standen unter anderem diverse Wildtierparks inklusive einer Elefanten- Waisen und Reha-Station, der wunderschöne besteigbare Lion-Rock (ganz sicher nach dortigem wunderg’schmackigen Lion-Lager benannt!?) und mehrere Buddhistische Kultstätten. Ganz besonders angetan waren wir vom einzigartigen Pilgerziel, dem knapp 2.300 m hohen Adam’s Peak, den unterschiedlich (und vereinzelt auch gar nicht) Gläubige unter Strapazen zu erklimmen suchen. Über 5200 verschieden hohe, quasi sehr unrhythmische Stufen gilt es nach Mitternacht zu bewältigen, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang oben zu sein, zu frieren und westwärts den imposanten Dreiecks-Schatten des Berges zu bewundern. Die doch sehr spirituelle Stimmung der unzähligen heimischen, wie auch Fremden und weitgereisten „Wallfahrer“ im frühesten Morgenrot, blieb tatsächlich unvergesslich für uns. An der Strecke befinden sich nicht nur unzählige improvisierte Verpflegungsstellen, die vor allem Tee und heiße Suppen anbieten, sondern auch der Tempel, in dem man Buddha’s Fussabdruck betrachten kann. Oder auch nicht, wie in meinem Fall! Belohnte mich am steilen Weg nach unten lieber mit einem „100% Pure Aged Coconut Arrack“. Irage brachte uns noch ins Hochland der Teeplantagen, die wir fast stufenlos, aber nicht ohne Kostproben durchwanderten, bevor wir den bekannten und als Wahrzeichen dienenden Zug Richtung Südost nahmen. An der Südküste nützten wir die wohlverheißene Möglichkeit einer Walbeobachtungstour. Hatten die Rechnung allerdings ohne Wirten, in Form ignoranter Chinesen und deren kreischender Chinesinnen gemacht. Hab ich schon erwähnt, intolerant und Rassist sein zu können? Üblicherweise betrifft’s präpotente Russen und Amis, hier wurde mein diesbezügliches Repertoire erweitert! Das Schwimmen mit den riesigen frechen Meeresschildkröten war uns da um einiges willkommener und unterhaltsamer. Willkommen und unterhalten fühlten wir uns fast überall auf dieser vielseitigen Insel, nicht zuletzt auch beim Relaxen an den sonnigen Stränden von Galle, Tangalle, Mirissa und Hikkaduwa, das uns für die finalen Tage wiedermal ein wunderbares Stammbeisl bescherte…