Östliche Kanaren …Lanzarote, Fuerte & La Graciosa


2022 wollte ich eigentlich ins oder aufs lang schon ersehnte Sao Tome & Principe, gemeinsam mit Katharina, wie ich mir das vorgestellt hatte, war das allerdings nicht umsetzbar. Sie wollte die geringe zur Verfügung stehende Zeit für den lange schon hinausgeschobenen Besuch ihrer Schwester, den Nichten und Freunden auf Gomera nutzen, also musste ich improvisieren. Hatte schon etwas früher, also in und schon vor den Weihnachtstagen Zeit und wollte ja auch was Neues kennenlernen, bevor ich Kathi dann zum Jahreswechsel treffen sollte. Mit Fuerteventura, Lanzarote und vor allem der kleinsten bewohnten kanarischen „Nomen est Omen“ La Graciosa, die erst seit kurzem bereisbar wurde, betrat ich tatsächlich Neuland. Ich begann mit letzterer, auch autofreier Insel, wanderte und radelte sie komplett ab, fand traumhafte und einsame Strände, bestieg 2 Vulkane für perfekte Ausblicke, wohnte und ernährte mich sehr ursprünglich und feierte einen persönlichen Jubeltag mit 3 äußerst amüsanten Festlandspanierinnen, ehe ich mittels Bussen und Fähren mein Inselhopping gen Südwesten startete. Ich genoss auch den Trip durch Lanzarote inklusive seiner attraktiven und gemütlichen Hauptstadt Arrecife sehr. Und auf Fuerte konnte ich Vegetarier bei einem zuvor kennengelernten fleckigen Hund samt dessen Herrchen, einem ehemaligen Fleischermeister, einchecken, um von dort Badestunden, Bootstouren auf vorgelagerte Inselchen und Sandbänke, weitläufige Dünenwanderungen und einen persönlichen Gastronomie-Bewerb abzuhalten, in dessen Gewinnerlokal ich schließlich nicht sehr nüchtern Weihnachten hinter mich bekommen konnte. Gran Canaria kannte ich schon einigermaßen, nicht aber bei Calima-Trübung, wo der Saharasand mitunter die ganze Insel beige-orange bis hellbraun zu-verschleiert. Gut, hätt‘ ma das auch abgehakt, ebenso wie die anschließende Teneriffa-Überquerung, bis ich 3 Tage später auf Gomera meine Frau in die Arme schließen durfte, aber das ist oder wird eine andere Geschichte…
Restliche und westliche Kanaren …Gran Canaria, Teneriffa, La Palma, Hierro & Gomera
Hier die andere Geschichte: Von Hierro, Gomera und La Palma wurde schon in Kapitel 10 erzählt! Dass Gran Canaria viel mehr und Interessanteres zu bieten hat als die Dünen von Maspalomas und den Playa del Ingles, fand ich eben schon in den 80ern heraus. Damals quartierte ich mich meist im alten Puerto Mogan ein, um dort mein Desayuno einzunehmen und den Morgen- wie auch den Abendschwumm zu erledigen. Dazwischen ging’s per Öffis oder Autostopp in die bizzare Berglandschaft des Inselinneren. Wanderungen durch steile Barrancos, die zu prall bestückten Orangenhainen führten und letztlich in einer Bodega oder Bar eines der pittoresken malerischen Dörfer mündeten, waren an der Tagesordnung. Auch Agaete mit seiner „Piscina Natural“ im Nordwesten der Insel gefiel mir und ganz besonders positiv überrascht war ich von der Hauptstadt Las Palmas mit seiner schlanken, beidseitig vom Meer bespülten Taille, der farbenprächtigen Vororte und der außerordentlich authentisch gemütlichen Gastronomie. Teneriffa diente meist als Zwischenstation am Weg nach Gomera, Hierro und La Palma. Obwohl mit dem ähnlich wie unserem Großglockner hohen Teide-Vulkan die höchste Erhebung aller kanarischen Inseln dort ruht und im nördlichen Bereich auch atemberaubende Schluchten und hübsche Dörfer zu finden sind, hat mich schon damals das fast europäischen Großstädten gleiche Verkehrsaufkommen des Südens abgehalten, zu viel Zeit dort zu verbringen. Die dortige Hauptstadt Santa Cruz zeigte dann aber den nötigen Charme, um mir doch noch 2 sehr nette Abende zu bescheren…
Als ich zuletzt in San Sebastian de la Gomera schließlich Katharina in Empfang nehmen konnte, waren gute 20 Jahre seit meinem vorangegangenen Aufenthalt mit Waltraud dort verstrichen, als Robby Lederer im „Valle“ gerade die Gomera Street-Band formierte. Für Kathi war’s Premiere und gute Chance, ihre länger dort schon tätige Schwester zu besuchen, was wir in Alojera, im wilden Westen der Insel, auch wohlwollend umsetzen konnten. Natürlich musste ich im Valle Gran Rey wieder nach dem Linken sehen, wo wir auch den einen oder anderen Street-Banditen“ und die Nichten trafen, die sich in einer der legendären Höhlen bei Vueltas eingerichtet hatten. Meine Lieblingsorte Hermigua, Vallehermoso, Agulo und Santiago dienten uns als ideale Ausgangsorte für Wanderungen in den Lorbeerwald, zum Tafelberg Fortaleza und zu gelegentlichem Badespaß. Der Jahreswechsel in San Sebastian lief einigermaßen bizarr an. Da bis Mitternacht nicht nur tote Hose war, sondern die Straßen und Plätze regelrecht leergefegt erschienen, dachten wir schon, Sylvester sei abgesagt oder die die Pandemie gar prolongiert. Aber nein, es wird dort wirklich erst nach 24 Uhr das Neue Jahr gefeiert und das umso lauter, turbulenter und exzessiver und den ganzen restlichen Tag lang. Am beeindruckendsten fanden wir jedoch den ganz besonderen Zustrom auch aus allen anderen kanarischen Inseln. Die jeweils typischen Musik-, Folklore, Trachten- und Volkstanzgruppen gaben erst separat, dann gemeinsam ihr Bestes und luden auch dazu ein, in welcher Form auch immer, uns daran zu beteiligen. Viva la Gomera!

























































































































































































