Bob Marley geschuldet, sollte es eigentlich nach Jamaika gehen, zu viel Klischee und zu ungelegene Flugverbindungen veranlassten uns jedoch zu neuer Orientierung und so wurden die beiden südlichsten der Kleinen Antillen für unser Abenteuer gewählt. Mein liebgewordener Freund Markus B war mein Freitag, oder doch Robinson und ich der Freitag? Wie auch immer, wir strandeten sehr leiwand!


Tobago erwies sich als klein genug, um von uns einigermaßen erforscht werden zu können. Und die umtriebigen Bewohner konnten wir oft und an unterschiedlichen Orten immer wieder antreffen. Interessant auch, dass kaum jemand Kriminalität dort vermutete, da ja sowieso jeder jeden kennt und irgendein Blödsinn schon vor Ort „behoben“ worden wäre. Wir wohnten im gemütlichen Charlottesville im Norden, in einer Hütte „unseres Präsidenten“, des quasi Hausmeisters der gesamten Ortschaft. Fast überall in der Gegend war er anzutreffen und meist auch mit einem Drink, woran wir uns nicht ungern beteiligten. Allerdings bewegten wir uns auch einigermaßen, überquerten die Insel von Ost- bis Westküste, quer durch den Urwald, vorbei an glühenden Flamboyanten, üppigen Wasserfällen und an so manch seltsamen Getier. Die umständlichere Rückkehr per Autostopp gestaltete sich gefährlicher. Vor uns platzierten sich noch auffällig 2 grazile karibische Schönheiten, aus welchen Gründen auch immer, wir kamen früher weg. Wir saßen wie im Taxi beide hinten, während unser netter und etwas betagterer Pilot, vielleicht nur wegen des fehlenden Innenspiegels, pausenlos uns nach hinten zugewandt sein Leben erzählte oder längst lallte, in der linken Hand lose das Lenkrad haltend, in der rechten eine fester umklammerte Flasche klaren Rums, an der wir uns dann trotz Angebots nicht so sehr beteiligten. Irgendjemand sollte doch noch eine Restübersicht bewahren, wenn wir vor einer Anhöhe, ohne auszusehen, ohne zurückzuschalten und völlig untertourig einen überladenen LKW überholten. Okay, wieder mal überlebte ich und Markus stand oder saß mir andächtig bei. Er gönnte sich tags darauf einen schönen Tauchgang mit Spitzenriff-Hai-Sichtungen, während ich ihn schnorchelnd mehrere Meter weit und wenigerer Meter tief begleitete, bevor ich mit einer netten und furchtlosen Schildkröte 1 Meter unter mir von dannen zog.

Sonntage erwiesen sich nicht nur aufgrund der samstäglichen und vor allem nächtlichen Reggae- und Calypsoorgien anstrengend, sondern auch wegen der vielen Freikirchen, die bei offenen Portalen aufdringlich & lautstark das arme Scharlottenwill überfluteten. Ehrfürchtiger waren wir dann bei den sportlichen Goat- oder Crab-Race -Festivitäten. Markus‘ Krabbe hatte leider mehr als die serienmäßige Schlagseite, ließ ihr Herrchen dann aber doch noch als „fairen“ vorletzten jubilieren. In der Hauptstadt Scarborough mischten wir uns noch in den bunten Carneval, bis wir bald auf Trinidad übersetzten, um ausführlich die Inselbrauerei „Carib“ zu „besichtigen“ und einiges an Merchandising zu erwerben. Schließlich widmeten wir uns noch Flora und Fauna, wie den scharlachroten Scarlet-Ibissen, die zu tausenden bei einer Kanu-Tour durch die Back-Water-Dämmerung erschienen, den Himmel einfärbten, auf Bäumen und Mangroven landeten, um davon herzhaft runterzukacken…










