
Muss gestehen, dass mir unser aller „Lieblingsnachbarland“ bis auf wenige Ausnahmen, wie Besuche von ganz wo anders kennengelernten ZeitgenossInnen, meist nur zur Durchreise diente. Zu Unrecht, wie ich mir heute denke, ich mag sie nämlich, die „Piefke“. Sie können nerven, wie auch unsere eigenen Landsleut, vor allem wenn sie in Scharen auftreten, aber ebenso liebenswert sein. Und ihr inzwischen wiedervereinigtes Land kann auch sehr schön sein, nicht nur dort, wo es an Österreich grenzt. Mein Faible für Nürnberg und dessen Gründe hab ich wohl schon an anderer Stelle erwähnt, Heidelberg, Bamberg (nicht nur der Rauchbierbrauerei wegen), Fürth und vor allem Rothenburg-Ob-Der-Tauber gefallen mir trotz des Touristenzustroms außerordentlich, wie auch vieles von Burghausen mit seinem Jazzfestival bis nach Bremen und dessen Stadtmusikanten …und die Politik lass ich jetzt mal weg, auch das hab ich an anderer Stelle schon entsprechend ausgereizt.
Aber erst mal in den nördlichen Osten oder umgekehrt:

In ihrer langen Zeit als Krankenpflegerin in unterschiedlichen Abteilungen des Mistelbacher Klinikums nutzte Waltraud mehrere Möglichkeiten, an für das Personal organisierten Studien- oder Kulturreisen teilzunehmen. So lernte sie gemeinsam mit netter KollegInnenschaft London und andere westeuropäische Ziele kennen und schätzen, wie auch nordöstliche Gegenden wie Estland, Lettland, Litauen und als Zar Putin sich noch halbwegs auf inländisches Morden beschränkte, auch Russland, wo sie mittels deutschsprachiger Führung ganz gutes Hintergrundwissen ergatterte. „Da, wo die Vilnia in die Neris fließt und 7 Hügel eine malerische Talsenke formen, liegt Vilnius!“ zum Beispiel. Erwähnenswert ist klarerweise das einzigartige 4 m hohe Frank Zappa -Denkmal dort. Nicht nur die jeweiligen bestens erhaltenen Hauptstädte, wie eben dieses Vilnius, oder Riga und Tallin, auch traditionsbetonte ländliche Gebiete mit imposanter Holzarchitektur und zünftigen Bräuchen, der eine oder der andere Ostseestrand und die Lettische Riviera standen am umfangreichen Programm. Ein wahrlicher „Wallafahrtsort“ war der Berg der Kreuze, beeindruckend auch das rosarote Wasserschloss Trakai, die Kurische Nehrung und die Litauischen Bernsteinstrände, wo unsere Mistelbacher allerdings nicht wirklich fündig wurden. Dafür entdeckten sie tolle und stimmungsvolle Lokale in Riga, samt dem Lettischen Nationalstolz, dem Riga-Black-Balsam -Kräuterlikör. Ich selbst hätte einst (mit oder ohne Balsam) von Helsinki aus per Boot gerne Tallin angesteuert, was 3 Jahre vor dem Fall des Eisernen Vorhangs leider noch nicht möglich war. Walla und ihre Truppe, denen Estland mit größerem Touristenzustrom schon deutlich globalisiert vorkam, hatten da gut 20 Jahre später schon mehr Glück.



Selbst vorbei an Lenin- und Stalinimitaten am Roten Platz in Moskau konnten sie sich schon oder noch(!) fast sowas wie frei bewegen. Enthusiastisch erzählten sie mir von den glamourös ausgestatteten U-Bahnen und deren Stationen in der Russischen Hauptstadt. Und schließlich musste auch die Sankt Petersburger Eremitage und das Bernsteinzimmer im Katharinenpalast (wohlgemerkt eine Rekonstruktion) herhalten, um ihnen mit seiner Farbe und seinem Glanz zu weiteren Träumen und Ideen zu verhelfen…

Und hier mein Blick auf Bayern, Franken & viel anderes Germanien:































































