01) Gingallein & Gehzurruh

Hatte eine wohl behütete Kindheit am Land, etwas außerhalb einer Marktgemeinde mitten im Weinviertel, in einer Zeit, die von Sparen, Helfen und Zusammenhalten geprägt war. Wurde konservativ katholisch erzogen, Vater ein „schwarzer“ Verschönerungsvereins-Obmann und deutschlehrender Hauptschuldirex, die Mutter einer Fleischhauer-Familie entstammend und von dort auch immer wieder beansprucht. Ja, nicht von ungefähr wurde ich später zum schlechtgeschulten linken Vegetarier …und offenbar aus unterschiedlichen Gründen mit bis heute anhaltenden und mir das Leben nicht gerade erleichterndem Gerechtigkeitssinn bepackt. Man hat bei uns im Ort, wie auch in unserer Familie und in der Verwandtschaft immer sehr gern zwischen „wir“ und „die anderen“ unterschieden. Die Sorge galt mehr den eigenen Leuten und denen der unmittelbaren Nachbarschaft, zur Not auch dem ganzen Dorf. Aber die Rundum-Gemeinden hatten uns schon nicht mehr sonderlich zu interessieren und ganz Auswärtige, also Leute aus anderen Ländern, schon gar nicht. Schon der Neugier wegen, hab ich halt das weniger gekannte andere und die anderen oft für interessanter befunden. Die Kirschen in Nachbar’s Garten sind ja auch die besseren, nicht wahr?

Kann mich noch bestens an Mutter’s häufig strapazierten Spruch erinnern, „und waunn olle von die aundan in‘ Brunn springen, brauchst du ned nochhupfn!“ (ob da der Ernstbrunn gemeint war, weiß ich nicht), oder „soin si aundare mitn Moped daschtessn, du kriagst kans!“ Ja, das war wahre Liebe! Na echt!! Bei allen Wickeln mit den Eltern, ich fühlte mich wirklich geliebt! Und das mit’n Moped hat sich dann ja doch noch anders ergeben! Vielleicht fand ich den Heller später schon wegen seines (selbstgewählten!) Vornamens wichtig. Oder Audrey Tautou, die das Anderssein in ihrer Rolle der „Amelie“ in ihrer fabelhaften Welt schon fast perfektionierte…

Reisen war damals ein Fremdwort. Außer einer Woche gemeinsam mit Tante, Onkel, Cousine und Cousins in Lignano, was ich als 7-Jähriger und erstmalig am Meer, mit begeistertem Sandburgenbauen dankbar verklärte, gab‘s damals nur hin u. wieder einschlägige Tagesausflüge. Wir fuhren nach Maria Dreieichen, wohin ich hinterlistig mit Erzählungen über die sagenumwobene Grasl-Höhle und dem dazugehörigen Räuberhauptmann gelockt wurde, nach Maria Taferl und natürlich nach Mariazell! Die einzige etwas entferntere Familienreise schon in den 70ern führte uns, wer hätte das gedacht, nach Lourdes. In dieser Kindheit hatte ich gleichaltrig nur Mädchen (hallo Evelin, Evi und Andrea!) in der Nachbarschaft. Klingt ja nicht schlecht, jedoch als 6,7,8-jähriger?? Nicht einmal an Doktorspiele kann ich mich erinnern, weiß nur noch, die Girls genötigt zu haben, mit mir auf Cowboy & Indianer zu machen. Selbst wollte ich meist beide Rollen gleichzeitig spielen, deshalb drapierte ich meinen Cowboyhut mit Fasan-Federn und einen funktionslosen Holzrevolver fand ich viel uncooler als die selbstgebastelte Pfeil & Bogen -Kombi, mit der man schon den einen oder anderen Hintern jagen konnte. Jedoch nichts von Fußball und den damaligen ländlichen Ritualen zu wissen und unzählige andere Selbstverständlichkeiten weder zu kennen noch zu können, bereiteten halt schon ein Gefühl von „fehl am Platz“. Aus Not wurde Tugend und dem Normal-Begriff oder „was ist üblich, was schickt sich oder schickt sich nicht, weil‘s schon immer so war, soll‘s weiterhin so sein“ war bald und immer öfter zu widersprechen. Und es wurde, ob ich wollte oder nicht, Raum für andere und eher ungewöhnliche Interessen frei. Die Schallplattensammlung meiner Eltern beschränkte sich auf Klassik, wovon ich einiges wie Mozart bis Strawinsky durchaus als bewundernswert und vielleicht sogar inspirierend empfand, anderes, wie Wagner und Liszt’s Prelude, ließ mich erschaudern und die Flucht ergreifen. Die Mutter hat das Repertoire dann noch auf P. Alexander, Udo Jürgens, dessen „Ehrenwertes Haus“ auch mir gefiel, H. Conrads, A. Rothenberger und vor allem auf Mirelle Mathieu anschwellen lassen. Als ich Jahre später eine französische Mirelle mit nach Hause nahm, war sie begeistert, noch dazu, weil die katholisch war und heiraten wollte… „And now for something completely different!“ Goli, die berühmte Goli, meine geliebte Tauf- u. Firmpatin, die auch ein wenig Ersatz für Großeltern war, hatte mir doch tatsächlich zu zweiterem „Sakrament“ einen ITT-Schaub-Lorenz Kassettenrekorder geschenkt. Da ist schon deutlich (vor dem Einzug des Mopeds mit 16) ein gewisses Tor zur Welt aufgegangen. Ich hatte es unerlaubter Weise bald drauf, spät Nachts, weil’s im Radio davor kaum gespielt wurde, richtige, gefürchtete und verpönte „Negamusi“ aufzunehmen. Danke, danke noch nachträglich! Goli lebte längste Zeit in Korneuburg, bis sie meine Mutter zu uns holte, um sie bis zu ihrem späten Tod zu pflegen. Vielen Dank auch an meine Mam!

Pfarrer „Vielnascher“ und seine fromme Reinigungsbrigade inkl. meiner Mutter

Bücher gab‘s bei uns jede Menge im Haus und bald schon entdeckte ich zum Beispiel „Tom Sawyer & Huckleberry Finn“, natürlich den Kleinen Prinzen & die Möve Jonathan, ein Buch über den Lilienfelder Skipionier Mathias Zdarsky, mit „Der Sonnblick Ruft“ begann damals schon mein Interesse an Bergen und von Böll’s „Geschichte vom Fischer und dem Geschäftsmann“ blieb, wie’s aussieht, noch mehr hängen. Auch wuchs u.a. der Drang und vielleicht das Talent, sich bildnerisch auszudrücken und überhaupt gestalten zu wollen. So empfahl mir die Berufsberatung dringend, den grafischen Weg einzuschlagen. Einem sympathischen und, so glaube ich, fähigen Englisch- und Geografielehrer der Hauptschule (hallo Karli!) hab ich mein doch sehr frühes Interesse an fremden Gegenden, Kulturen und Ansichten zu verdanken. Später im Gym brauchte ich mich mit Englisch nicht sonderlich mehr abmühen, was mir Zeit und den Nerv gab, mich mit den außerschulischen Meinungen und Anliegen des dortigen Englischlehrers (hi Robert!) zu befassen. Auch da war die Weiche, wie so oft im späteren Dasein, wohl eher nach links gestellt. Durch ihn lernte ich noch viel mehr, Dinge in Frage zu stellen, ja, auch heilige Kühe konnten geschlachtet werden.

Universal Soldier (Donovan)

„He’s five foot-two and he’s six feet-four, he fights with missiles and with spears. He’s all of 31 and he’s only 17, been a soldier for a thousand year. He’s a Catholic, a Hindu, an Atheist, a Jain,
a Buddhist, and a Baptist, and a Jew. And he knows he shouldn’t kill and he knows he always will. K ill you for me, my friend, and me for you. And he’s fighting for Canada, he’s fighting for France, he’s fighting for the USA. And he’s fighting for the Russians and he’s fighting for Japan. And he thinks we’ll put an end to war this way.
And he’s fighting for Democracy, he’s fighting for the Reds. He says it’s for the peace of all. He’s the one who must decide, who’s to live and who’s to die and he never sees the writing on the wall. But without him, how would Hitler have condemned them at Dachau? Without him Caesar would have stood alone! He’s the one who gives his body as a weapon of the war. And without him all this killing can’t go on. He’s the Universal Soldier and he really is to blame. His orders come from far away no more. They come from here and there and you and me and brothers, can’t you see? This is not the way we put the end to war!“

Anhand der Atomkraft-Geschichte wurden wir für ökologische Themen (es war auch der Beginn der Grün-Bewegung), Kosten/Nutzen, Umgang mit Energie, Einfluss auf Lebensqualität und vor allem für Zivilcourage und gewaltfreien Widerstand sensibilisiert. Da begann ich auch, vermehrt meine Zeit auf die Straße zu verlagern. Zwentendorf war gebaut und sollte in Betrieb gehen und Bruno Kreisky als Verantwortlicher und Vorantreiber war umstritten, nicht ahnend, dass ihm in fast 30 Jahren fast nur fragwürdigere Politiker gefolgt sind und er selbst bei mir klarerweise bald rehabilitiert war, ja inzwischen fast als das Ideal eines gewissenhaften und gerechten „Regenten“ herhalten muss, obwohl er ursprünglich erst durch und auch mit früheren Nazis agieren konnte. Damals hatte ich, wie viele meiner Freunde, tatsächlich nicht nur die Hoffnung, sondern fast auch die Zuversicht auf eine gerechtere Welt…

„Patriotism is the last refuge to wich the scoundrels cling, steal a little and they throw you in jail, steal a lot and they make you a king!“ Und wir hofften, dass „wir“ die Soziale Schere (zwischen Arm und Reich) wieder etwas enger zusammen bekommen würden. Welch ein Trugschluss, wie sich noch herausstellen sollte. Waldheim war da aus heutiger Sicht fast noch harmlos u. als NS-Mitläufer (laut ÖVP-Verharmlosung) irgendwie vielleicht auch zu entschuldigen, oder sagen wir wieder, zu relativieren. Schüssel -kotz!! Haider, die erste wirklich ungustiöse Figur der Österr. Politik, wurde noch getoppt von der Dumpfbacke Strache und dem Kärntner Hassprediger-Zwerg Kickl. Ah, da fällt mir ein, warum nur, Gulliver’s Reisen hatte ich natürlich auch intus! Wobei ohnehin alle seit Steger’s Ablöse durch Haider in dieser Nationalsozialisten-Nachfolgepartei verbliebenen in ihrem Auftreten und all ihren Äußerungen unerträglich sind und waren für Leute, die Bücher lasen, Geschichte lernten & etwas in der Welt herumgekommen sind. Wachsame (woke) und Gut(e) Menschen sind die Feindbilder dieser Verherrlicher und Komplizen der schlimmsten Massenmörder der jüngeren u. auch der aktuellen Geschichte. Den Gipfel der Grauslichkeiten verkörpert aber unser Messias, der jüngste Altkanzler mit seinen salbungsvollen Schleimattacken und den heilsversprechenden Ohren. Unerträglich seine widerwärtigen Anbiederungen an Putin, Trump samt Musk u. Thiel, Orban, Erdogan, Netanjahu und anderen Verbrechern, wie auch seine Rolle in Österreich, der rechtsextremistischen Vernichtungsmaschinerie in die Mitte der Gesellschaft verholfen zu haben. Als ich mich bei meiner 90-jährigen frommen Mutter mal lautstark als „tutto antibasti“ geoutet hatte, entgegnete sie mir „wie kannst du nur? Der ist doch so ein fescher und netter Bub! Außerdem ist er gerade Vater geworden, der Bub! Wie kannst du nur?“ Worauf ich „kurz“ bemerkte, dass er ja verhüten hätte können. „Wie kannst du so herzlos sein, der hat doch selbst fühlende und liebende Eltern!“ …dass darauf von mir nur „die hädn erst recht vahütn soin!!“ zurückkam, war wohl aufgelegt. All diese narzisstischen und irgendwann und -wo zu kurz gekommenen oder -geratenen Figuren schaffen es mit ihren Lügen und vor allem mit gezieltem Pervertieren von Wahrheit & Lüge höchstbezahlt das ganze Land zu verseuchen und letztlich zu zerstören. Aber dazu, wohl oder übel, später mehr…

Meinem Gymnasiums-Besuch ging tatsächlich ein kurzes Gastspiel in der „Grafischen“ voran, die mathematische Übergewichtung in diesem Institut vergällte mir den Spaß allerdings sehr bald. Dennoch glaube ich davon irgendwie „profitiert“ zu haben, machte ich doch, nach Kursen beim Wifi, dem Wirtschaftsförderungsinstitut (nix „weifei“!) in den 80ern bis Anfang 90er recht lukrative grafische Jobs bei, durch u. mit Harry Böckl, den ich beim Bundesheer kennengelernt hatte. Wir richteten z.B. die niederösterreichischen Ortsbildmessen aus und gestalteten als „Bickl & Klebling“, wie wir uns in nächtlichen Überstunden bei französischer Rotwein-Begleitung nannten, nebst einigen Provinzblättern, die „NÖ Schön Erhalten – Schöner Gestalten“-Broschüre …lange mit Eifer und konfliktfrei. Es gab da unter anderem eine Rubrik namens „Ortsbild Anderswo“, die mich auf meinen späteren Reisen sehr hellhörig, oder -sichtig viel mehr, werden ließ. Was mir oder uns oft als geschlossenes, intaktes, unberührtes und unverschandeltes Ensemble so gefällt, hat halt oft andere Ursachen, als den unbedingten Willen zum Erhalt und zur Beständigkeit. Meist fehlten und fehlen einfach die Mittel zur Neugestaltung, oder mitunter zur Verschandelung.

Gutes Beispiel wären die notdürftig u. mit einfachsten Mitteln zusammengeflickten brasilianischen Favelas. Irgendwie fantastisch …von weitem betrachtet! Bei uns gings natürlich u. a. auch darum, wie weit ist neue, inovative Architektur mit der alten und so sehr geschätzten vorhandenen Substanz in Einklang zu bringen. Und wie wäre es am verträglichsten, am spannensten und natürlich auch am leistbarsten, dies umzusetzen. Harald war da offener und aufgeschlossener als ich und langfristig vermutlich am richtigen „Dampfer“ (aber dazu komme ich noch!). Als wir allerdings begannen, gelungenes Ortsbild mit intakter Infrastruktur, besserer Kommunikationsmöglichkeiten (auch abseits sonntäglicher Kirchgänge) und ökologischen Ansetzen zu beschreiben, stießen wir bei verantwortlichen Obrigkeiten sehr oft auf taube Ohren. Daran sind wir so zu sagen abgepröllt! Für eine NÖ-Zeitung bekamen wir mal einen umstrittenen Text von einem damaligen Möchtegern-Staberl, -Jeannee oder -Fellner geliefert, den wir grafisch zu verarbeiten hatten. Auf einem Hof bei Korneuburg hat man einschlägig verletzte, ja, vergewaltigte Schafe und Ziegen entdeckt und als wahrscheinliche Täter wurden benachbarte Zuwanderer verortet, da in deren Heimatland Sodomie nicht unüblich sei. 2 Wochen später war den Behörden dann klar, dass der verflossene Lebensgefährte der Bäuerin dafür verantwortlich war. Den betreffenden Text dazu bekamen wir nicht mehr! Während erstere Meldung die Headline dieses Kleinformats sein musste, konnten wir eine aufklärende Geschichte nur mehr unauffällig und kleingedruckt ins nächste Blatt reinschummeln. Allzu lang war ich nicht mehr daran beteiligt, nicht zuletzt auch, da meine Kreativität dann bald mal zu wünschen übrig ließ. Alternativ dazu beworben und verkauften wir Hausbootreisen in hauptsächlich Frankreich, England, Irland und den Niederlanden, die wir zum Teil natürlich auch selbst erprobten. Harry’s Freundin Angelika war dabei (noch völlig ungetschendert) der Chef, ich war der „Captain“ und er selbst war nichts dergleichen, hatte aber dennoch das Sagen. Den Durst und die Lust auf den roten Burgunder teilten wir gleichermaßen. Glücklicherweise hatte unser Dampfer wie Autodrom-Wägen dicke Gummiwülste um den Rumpf. Da wir uns nicht so sehr unpromillemäßig damit bewegten, war dies durchaus vorteilhaft. Viele Schleusen musste oder durfte man noch selbst erkurbeln und wenn nicht, dann wurde (zusätzlich vorteilhaft) vom Wärter ein schöner Klarer kredenzt…

Ins musisch-pädagogische Gym aber wechselte ich vor allem der wachsenden musikalischen Begierden wegen, die bis heute nichts an Vehemenz verloren haben. Im Gegenteil, erst viel später lebte ich zum Teil von Musik und noch mehr durch und vor allem mit Musik. Anfangs mehr als Veranstalter, als der ich unzählige Musiker aus allen möglichen Gegenden und ihr Handwerk kennen und lieben lernte. H. Böckl trommelte in den 80ern übrigens in der Jazz-Combo meines streitbaren, aber auch lustigen Freundes aus Ernstbrunnerzeit u. späteren WG-Komplizen G. Kwasnitzka, namens Kwarantöne! Meine mangelnde Begeisterung für Mathematik und Latein (die Klasse nach uns durfte, nicht wie wir Cäsar und Ovid, sondern Asterix übersetzen!!), ließ mich allerdings kurz vor Abschluss wieder mal links abbiegen…

Eher spaßhalber machte ich mich kurze Zeit lang als Automobil- u. Motorraddesigner wichtig. Es gab damals nur wenige Vehikeln, die sowohl als auch konnten. Üblich war entweder Coupe- u. Sportwagen-like ohne Platz und unbequem, oder praktisch und geräumig, aber aerodynamisch ein Witz und spritfressend obendrein, sowie fade Stufenheck-Limousinen. Irgendwann, schon in den 90ern, schickte ich einen Haufen meiner Entwürfe und Vorstellungen (es waren nur wenige Reinzeichnungen dabei) in ein Designzentrum nach München, wo weniger für BMW als für Renault und Nissan gewerkelt wurde. Ich stellte keine Forderungen, wollte einfach nur damit abschließen und erhielt dann von dortiger Geschäftsführung nebst eines Dankeschreibens und der Aufforderung, tatsächlich keine weiteren Ansprüche zu stellen, noch nette 1.000 Märker hinzugefügt und eine chinesische Kontaktadresse. Einer der dortigen Kollegen hatte schon angeheuert, um als europäischer Designer der damals beginnenden chinesischen Automobilmafia auf die Sprünge zu helfen. Man erinnere sich an die ersten beworbenen Autos, die optisch fast 1:1-Kopien bekannter deutscher und japanischer Wägen waren. Allerdings mit unvorstellbaren Mängeln in jeder Hinsicht. Bei europäischen Crashtests ging sich da nicht einmal 1 Stern von den sonst üblichen 5en aus! Als Tibet u. Taiwan -Freund hielt sich meine Lust, in ein menschenverachtendes China zu gehen, ohnehin in mehr als überschaubaren Grenzen. Eine Woche später kam noch ein eher nicht so freundlicher Brief aus München, offensichtlich aus einer Etage tiefer, in dem ich gerüffelt wurde, was ich mir denn einbilde und anmaße, sie als ausgebildete Spezialisten mit meinen Kritzeleien so dreist zu brüskieren. Diesmal war nix hinzugefügt! Vielleicht hatte dieser Spleen eine Vorgeschichte. Zum Leidwesen meiner Mutter begann ich schon im Sandkistenpuddelalter die Umgebung inklusive Blumen- und Gemüsebeet mit dichtem u. abenteuerlichem Straßennetz zu verbetonieren und regelrecht zu versiegeln, um meine Matchboxboliden ordentlich in Szene setzen zu können. Bertl, der schlimmste und verschrienste Cousin hatte mich mit chaotischen Wasser-Applikationen kreativ u. tatkräftig dabei unterstützt, er war mein Lieblingsverwandter! Als um 1970 herum das noch nicht lange besessene Billigsdorfer-Oldtimer-Vehikel unseres Ältesten die Patschen streckte, organisierte unser mittlerer Bruder über einen Lehrer seiner Mödlinger HTL einen internationalen Autokatalog, in dem er mit meiner minderjährigen, aber neugierigen „Unterstützung“ eine coole, schnittige u. günstige Alternative zu den damals üblichen 500er Puch, VW-Käfer, Opel Kadett u. 2CV-Enten zu finden versuchte. Und wir fanden! In Europa noch völlig unbekannt und bis dahin auch nicht aufzutreiben, entdeckten wir einen gerade mal 4 Meter langen Coupe-artigen Exoten namens Toyota Corolla. Und niemand in unserer näheren u. weiteren Umgebung hatte je davon gehört. Aber wie der Zufall so will, ließ sich diese Marke nicht einmal ein Jahr danach in Europa wie auch in Wien nieder. Für den Preis eines gebrauchten und schäbigen „Volkswagens“ reservierte unser schon fast 19-jähriger eines der ersten verfügbaren Exemplare, das sich mit seinem hochdrehbaren, aber trotzdem sparsamen Motor und den fast schon Schalensitzen, für damalige Zeiten tatsächlich als Renner erwies, bis ein Freund meiner Brüder beschloss, diesen besoffen um einen Alleebaum zu wickeln. Heute und vor der Jahrtausendwende schon, kann sich solches Fahrzeug als das absolut meistproduzierte, -verkaufte und -gefahrene der Welt rühmen! Und die vor allem vom VW-Konzern schlechtgeredeten und boykottierten Hybriden von Toyota & Co stellen aktuell selbst im verdieselten Europa die größten Zulassungszahlen. Keine Frage, dass bald, egal ob mit oder ohne Wasserstoff u. Brennstoffzellen-Technologie, auch der letzte Rest an CO2-verursachenden Verbrenner-Anteilen Geschichte sein wird oder muss.