war das einzige Griechisch, das ich kannte, als ich um 1990 rum erstmalig nach Kreta kam. Gemeinsam mit meiner guten Freundin, mit der ich dann dort doch nicht alle Grenzen überschritten hatte, Rosa, besuchte ich ihre Freundin Martina und meinen, wie auch meines Bruders, Freund Mandi. Dieser hatte Jahre davor das vegetarische und makrobiotische Lokal „Mandala“ (heutiges Schlupfwinkel) im 5ten Wiener Hieb und dann das indisch anmutende „Avalon“ in der Neubaugasse. Danach lebte er also, eine Zeit lang mit Untermieterin Martina, in einem winzigen Bergdorf nicht allzu weit von Paleochora an der Südwestküste, deren wenige Bewohner samt einem süßen Esel, der mich meist zum nächstgelegenen Strand begleitete, uns bald restlos vorgestellt wurden. Einer davon war der kommunistische Bürgermeister Stavros. Er liebte nicht nur seinen Selbstgebrannten, sondern auch seinen Amtskollegen in Chania, oder besser gesagt, dessen Stammlokal. 2-mal wöchentlich nahm er mit seinem weiß-beige-grauen zerknitterten Ford 12M die „beschwerliche Reise von ca. 50 km“ gen Norden auf sich, bei der ich mich auch mal aufdrängte mitzufahren. Dass er es mit der Spurtreue nicht allzu ernst nahm, wurde mir rasch bewusst, nachdem er überholte Fahrzeuge und „den Nachrang missachtende“ Mauern und Felsen touchierte. Als wir uns einem engen Tunnel näherten und ein entgegenkommender LKW es fast schon geschafft hatte, diesen in unsere Richtung zu verlassen, gestikulierte Stavros wie wild, hupte mit Licht und Ton und nötigte den Lastwagenfahrer, den ganzen engen Tunnel wieder zurückzuschieben. Erfolgreich! Immerhin sei er der Bürgermeister und hat immer Vorrang, wie er lautstark betonte, während ich mir nun seinen Selbstgebrannten zur Brust nehmen musste. Fortan organisierte ich mir dort eine ältere, aber unzerknitterte 350er Enduro-Yamaha. Diese leistete uns hervorragende Dienste, kamen wir doch so in entlegenste Berggegenden wie auch an einsame Traumstrände wie den Elafonissi-Beach. Als wir am Weg zur Samaria-Schlucht zu einem gigantischen Auto-Stau kamen, tangierte es uns kaum. Wir führen daran vorbei, bis wir zum Verursacher gelangten. Die Straße war nach heftigem Unwetter für gute 7 Meter Länge und mehr als 2 Meter Tiefe komplett weggerissen. Wir Mopedisten bildeten eine Kette und ließen unsere Bikes mittels Seile erst hinunter, um sie dann auf der anderen Seite gemeinsam wieder hochzuhieven. Die Schlucht war natürlich, stellenweise bis zum Hals, voller Wasser, aber äußerst imposant und mit blühendem Gesträuch auch wunderschön. Bei Prevelli, einer herrlichen Stelle, wo ein Flusslauf ins Meer mündet, lernte ich jede Menge Aussteiger kennen, unter denen Professoren und sonstige Akademiker waren, einige davon auch wirklich sehr interessant. Je weiter sie aber flussaufwärts ihre Höhlen bewohnten, umso weniger waren sie irgendeiner Sprache mächtig, kaum noch kontaktwillig und oft extrem scheu oder verschreckt wie wilde Tiere, eigentlich nicht so sehr beneidenswert. Höhlen gab‘s und gibt’s auch bei Matala, das aufgrund der früheren Anwesenheit Joni Mitchells für mich natürlich wieder als „Wallfahrtsort“ herhalten musste. Ihr legendäres und grandioses „Shadows & Lights“- Konzert von 1979 mit Jaco Pastorius, Pat Metheny, Lyle Mays, Michael Brecker & Don Alias hatte ich mittels Doppelalbum fast noch zeitnah mit nachhaltiger Wirkung mitbekommen. Jahre später sollte ich dort auch als verliebter Musikant darauf zurückkommen! In ersterer Zeit begab ich mich auch zum ersten Mal auf die südlichste im libyschen Meer gelegene und bald lieb gewonnene Insel Gavdos. Die mehr als 5-stündige Überfahrt auf einer „Barke“ mit niemandem als 9 Schafen samt ihrem Schäfer sowie dem Bootseigner forderte mich, wie auch der unglaubliche Seegang. Somit wurde mein erster Freund dort der Inselarzt, eigentlich ein aus Athen stammender Zivildiener. Er wäre in der Army gelandet, hätte er diesem ganz besonderen Job nicht zugestimmt. Heute, oder während ich gerade schreibe, wird Gavdos als Zwischenstation von Nordafrika nach Kreta und Europa von zahllosen Booten mit Flüchtlingen bevölkert. Tausende auf 70 Einwohner, mit 1 Greissler und ganz wenigen touristischen Labungsmöglichkeiten! In Kreta, das derzeit wie viele andere mediterrane Gegenden Europas von heftigen und meist gelegten Bränden heimgesucht wird, gelangen diese dann sofort in Haft, bevor mit ihnen auf unmenschlichste Weise weiter verfahren wird…












