Wieder mal im Hot Light von Kreuzstetten gelandet, diesmal vorsorglich als Beifahrer bei Bass(im)isten-Freund u. Kollege Peter S, fiel mir eine herumwirbelnde wirrlockige Blonde auf. Kaum multitask wie ich bin, wollte ich mich jedoch lediglich auf Alkohol und lästige Musikwünsche, wie mehrere von mir damals favorisierter Jethro Tull, Frank Zappa u. Colosseum -Nummern, konzentrieren …bis mich die besagte, die mit ihrer kaum weniger wilden und blonden Freundin aus dem Wienerwald vor Ort war, nach einer Mitfahrgelegenheit nach Mistelbach fragte. Da wir dort ebenfalls noch hinwollten, fragte ich meinen nüchterneren Chauffeur „heast Beda, do warandn zwa goa ned z‘widare Mentscha, die mit uns noch Mistlboch woitatn, mir hädadn eh no Plotz, gö!?“ „Du imma mit deine Bledheitn, kummt ned in Froge, die vasaun ma sicha nur mein Wogn!“ kam retour und wir fuhren allein zurück. Die Telefonnummer dieser steilen Tänzerin wurde mir, wie durch was auch immer, trotzdem noch rechtzeitig zuteil.

Walla, wie ich meine neue Discobekanntschaft und baldige Freundin und Lebensgefährtin nannte, faszinierte mich und machte mich zum Teilzeit-Mistelbacher. Sie hatte ähnlich wie ich, recht großen Bekanntenkreis und wir etablierten regelmäßige Heurigenbesuche, meist erwandert in die umliegenden Dörfer. In M-bach selbst wurde erst das ans Wiener Hawelka erinnernde Cafe Harlekin zur Auffangstation, aber bald auch schon Reinhard Kruspel‘s „Altes Depot“ zum idealen Live-Music-Pub. Ich heuerte für eine Zeit lang sogar als Hackler in einer dortigen Druckerei an. Mit Walla konnte man echt Pferde stehlen, was sie möglicherweise schon vor mir tat, denn sie hatte ein Pferd namens Shari am Hof ihrer lieben Eltern, mit der sie regelmäßig über die Felder ritt.

Ich freundete mich rasch mit Shari an und zog ebenso mit ihr über die Felder, allerdings eher wie mit einem Hund an der Leine. Ich mochte sie sehr …und sie mich, aber zum be-reiten bevorzugte ich meine Tenere-Yamaha! Wenn Walla zu streng mit ihr verfuhr, kuschelte sich Shari an mich. Und ich wurde wieder zum Stall-Ausmister! Ihre Bereiterin erwies sich als perfekte und unkomplizierte Reisebegleiterin, besonders für entlegenere Gegenden. „Akklimatisiert“ hatten wir uns gerne auch etwas näher, so sind wir mit Hannibal II, meinem 9-Sitzer-Bus, über Glockner’s Hochalpenstraße in die Südtiroler Dolomiten gepilgert, um die Zinnen, Latemar und den Rosengarten auch über der Wolkendecke zu umrunden. Walla tat dies elegant und zügig wie eine Langläuferin ohne Stecken und Ski. Und wir wiederholten das in Zeiten, als Unsereiner oder 2 noch nicht in Massen die einheimischen Bergleute nervte. Rom und Sizilien bereisten wir noch per Zug, nach sprachlichem Akklimatisieren auf Madeira und Porto Santo (Waltraud inspizierte auch die Azoren), flogen wir im Winter 97 samt Freundinnen und anfangs Erwähntem und noch ohne CO2- oder Fußabdruck-Diskussionen auf die …siehe nächstes Kapitel, Nr. 25


Marokko mit Walla, Marko & Olivia
Es war meine bereits 3. und bei Weitem entspannteste Marokko-Reise. Wir wollten wieder mal den Winter verkürzen und dank eines sehr braven nordafrikanischen Februars ist uns das auch gelungen. Per kleinem, aber mit Bodenfreiheit gesegneten Miet-Citroen, oder war’s ein Peugeot, kamen wir ganz gut über Stock und Stein, verfuhren uns mitten in den Souk von Marrakesch (Aber niemand, außer einem beladenen Esel, äußerte Unmut! Danke Marko!!), besuchten die Kasbah Ait Ben Haddou, durchwanderten spektakuläre Wadis und schwammen vor abenteuerlicher Kulisse bei Sidi Ifni im Süden. Wir aßen hervorragend nicht nur Couscous und Tajine und bekamen außer frische aromatische Pfefferminztees hin und wieder sogar landeseigenen Rotwein. Die Marokkaner erwiesen sich größtenteils als sehr nett, wenn auch etwas geschmacksverwirrt. Wenn sie Unmengen Zucker in ihren Tee schütteten, oder wenn sie mir rieten, unsere Mädels ordentlich zu füttern, da sie selbst auf gewaltige Schattenspender standen (so die wörtliche Übersetzung), blieb uns nichts anderes übrig, als sich darüber lustig zu machen, was natürlich vice versa umgehend retour kam. Aber zu meiner freudigen Überraschung erwiesen sich meine früheren Lieblingsorte wie Essaouira, Taghazout, Tafrout, Quarzazate und Tiznit immer noch als wunderbare Plätze zum angenehmen Verweilen. Und wer weiß, vielleicht schau ich nochmals dort vorbei…




































































