48) Jochen, der Rochen & die Seychellen

Der Indische Ozean hatte mich des Öfteren schon in und an mehreren Bereichen bereichert. Die zwischen Madagaskar und den Malediven gelegenen Seychellen blieben bis dahin ausgelassen, umschifft oder verschont von mir, da ich sie für sehr schwierig individuell bereisbar hielt. In einer deutschen Zeitung fand ich jedoch bald andere Informationen und die Ermutigung, über eine spezielle Agentur gebucht, für relativ wenig Geld 3 Inseln in 3 Wochen zu besuchen. Auf Mahe, der Hauptinsel, kamen wir per Leihwagen und Linksverkehr an einsame Strände und in eine entlegene Siedlung, wohin wir eine autostoppende Gabriella brachten, von der wir dann zu Vanilletee und Selbstgebackenem geladen wurden. Wir konnten sogar anspruchsvoll bergwandern, womit ich zuvor nicht wirklich gerechnet hätte. Dass wir schon als „Frühschopper“ bei einer ausführlichen Rumverkostung landeten, war eher berechenbar.

Die Hauptstadt Victoria war klein genug, um überschaubar und gemütlich zu bleiben und uns mit ihrer vielfältigen Gastronomie, wie Picknick am Strand, urigen Imbissständen und -Wägen, ausgefallenen Creol-Restaurants und legeren Bierhütten bestens bei Laune zu halten. Auf Praslin gab‘s die legendäre Coco de Mer -Nuss und anmutige Riesenschildkröten zu bestaunen. Kleinere vorgelagerte Inseln und vor allem der Weg dorthin dienten uns als perfektes Schnorchelparadies. So lernten wir auch Jochen kennen, einen neugierigen Adlerrochen, der erst scheu das Weite suchte nachdem er uns oder wir ihn entdeckten, aber bald schon das nötige Vertrauen fand, um im gleichbleibenden Abstand eine Zeit lang parallel neben uns Günstlingen zu schwimmen. Das „Programm“ war vielfältig und wir strampelten auch anderen und bunteren Meeresbewohnern hinterher, bis wir unser Boot wieder enterten. Als wir dann losfuhren, sprang unser Jochen wie ein Delfin wild vor uns aus dem Wasser …um sich zu verabschieden!? Ganz sicher, da waren wir uns übereinstimmend euphorisch einig. La Digue mit seinen felsumrahmten Bilderbuchstränden erforschten wir mit Fahrrädern unserer netten Quartiersvermieter und zu guter Letzt überredeten uns diese noch, einem mitreißenden Konzert des Lokalmatadors der Seychellen, Philip Toussaint, brav trinkend (ich) und wild herumfegend (Katharina) beizuwohnen…