59) Zugabe! Und immer wieder „La Mediterranée“

Europa? Ja klar, Europäer will ich sein, manchmal weniger und enger, meistens aber deutlich mehr und noch Meer. Europa hat auf relativ geringer Fläche eine unglaubliche Vielfalt zu bieten. Okay, das denk ich auf gewisse Weise und nicht ohne Grund auch über Österreich und Wien. Aber erst durch unsere europäischen Nachbarn wird uns der Zugang zum für mich so wichtigen Meer gewährt, diesem Meer, das uns in seiner Grenzenlosigkeit mit der Welt verbindet. Als vor ein paar Jahren Katharina beruflich nach Spanien musste, packten wir die Gelegenheit am Schopf. Wir ergatterten 3 Wochen Zeit und fuhren mit günstig erworbenem Fiat-Bus aus dem Fuhrpark der Welser Post gen Südwesten.

Über Soave und Gardasee gings zu Traumzielen wie die Cinque Terre und Sestri Levante in Ligurien zum wunderschönen Menton schon im Frankenreich. In Antibes besuchten wir Freunde, mit denen wir das übereinstimmend geilste Muschelfressen genossen, bevor wir das ockerfarbene Roussillon des Luberon, den Canyon Du Verdon samt sagenhaften und vom Wasserfall durchtrennten Moustiers belagerten. Über die Pyrenäen erreichten wir schließlich die ersehnte Costa Brava, huldigten Salvador Dali in Cadaques, verliebten uns ins Fischerdorf Calella und in das von 4 Flüssen belebte und in jeder Hinsicht bunte Gerona, ehe wir über Tossa De Mar nach Barcelona gelangten, um uns Antonio Gaudi’s bauliches Treiben zu verleiben. Und überall auf dieser grenzüberschrittenen Tour wurden wir von unseren „Kollegen und Innen“ in ihren ebenso gelben Dienstwägen wie den unseren enthusiastisch gegrüßt, was wir leidenschaftlichst erwiderten. Während meine Frau ihren Job erledigte, hatte ich „frei“ und erkundete noch die Dorada-Costa mit ihrer Filmfestival-Metropole Sitges. Dort wurde ich nicht nur von den Postlern freundlichst gegrüßt, diese schöne Küstenstadt ist ja bekanntlich auch Schwulenmetropole der Region.

Wie Gaudi einst sexuell orientiert war, weiß ich nicht, dass er aber im Streben nach vollkommener Architektur sich eindringlichst in Spiritualität vertiefte, nicht nur Ideen der Gotik und späteren Epochen entnahm, sondern bis dahin ungeahnte und ungenannte fantastische Stile und Formen verwirklichte, faszinierte mich ungemein. Derzeit feiert man seinen hundertsten Todestag und seiner Sagrada Familia wurde endlich der Hauptturm fertiggestellt, der mit seinen 172 Metern nun vor Ulmer und Kölner Dom als höchte Kirche der Welt gilt. Eben erst hat sich ein Buckelwal vom Atlantik an einen entfernten Ostseestrand verirrt. Unser aller Einfluss darauf will ich jetzt gar nicht breittreten, ist weitgehend unbestritten, aber ich erinnere mich gerade an meine einstigen Träume, in denen ich wie ein Hendl gerade noch über Zäune und Mauern fliegen und allen Wickeln entkommen konnte. So auch unter Wasser, als ich wie ein buckeliger Wal, harmonisch und friedlich um die Welt strampeln durfte. Natürlich erwachte ich gestrandet in unserem „Binnenland“ …allerdings nicht, ohne die Sehnsucht und Lust auf die nähere und weitere Ferne samt südländischer Mentalität, Gelassenheit und Kulinarik weiterhin gedeihen zu lassen. Und wiedermal möchte ich pro Bild gut 1000 Worte sparen:

Griechenland

…erwähnt in Kapitel 12 und 40

Natürlich Italien

…kommt in Kapitel 24, 36 und 47 vor

Venedig nach Regen
Bassano Del Grappa in Venetien

Frankreich

…in Kapitel 04 und 09 erzählt

Spanien -Andalusien & Costa Brava

…in Kapitel 09, 10 und 53 geschildert

Portugal

…in Kapitel 10 erwähnt