60) Milder Abgang

The air is getting hotter, there’s a rumbling in the skies. I’ve been wading through the high muddy water, with the heat rising in my eyes. Every day your memory grows dimmer, it doesn’t haunt me like it did before, I’ve been walking through the middle of nowhere, tryin‘ to get to heaven before they close the door. When I was in Missouri, they would not let me be. I had to leave there in a hurry, I only saw what they let me see. You broke a heart that loved you, now you can seal up the book and not write anymore. I’ve been walking that lonesome valley, tryin‘ to get to heaven before they close the door. People on the platforms, waiting for the trains. I can hear their hearts a-beatin‘ like pendulums swinging on chains. When you think that you’ve lost everything, you find out you can always lose a little more. I’m just going down the road feeling bad, tryin‘ to get to heaven before they close the door. I’m going down the river, down to New Orleans. They tell me everything is gonna be all right, but I don’t know what „all right“ even means. I was riding in a buggy with Miss Mary Jane, miss Mary Jane got a house in Baltimore. I been all around the world, boys, now I’m tryin‘ to get to heaven before they close the door. Gotta sleep down in the parlor and relive my dreams. I’ll close my eyes and I wonder, If everything is as hollow as it seems. Some trains don’t pull no gamblers, no midnight ramblers, like they did before. I been to Sugartown, I shook the sugar down, now I’m tryin‘ to get to heaven before they close the door.

Bin grad wiedermal weg und nichts für ungut, lieber Milan Kundera, wiedermal beeindruckt über die hiesige Leichtigkeit des Seins. Diese wird natürlich getrübt, wenn sich dann doch mal Touristen in die verschrieene und gefürchtete Kapitale dieses afrikanischen Landes wagen. Entweder in gesicherten Landrovers mit uniformierten Piloten, oder in riesigen Bussen, aus denen sie durch die verschlossenen und verschmierten Fenster rausfotografieren oder filmen, oft auch mittels Tablets, wodurch die mittig positionierten Erholungsbedürftigen das sprichwörtliche Nachsehen haben, oder im Gänsemarsch auf stinkenden, lärmenden u. militärbereiften Quads, zügig wie beim Quickie und ohne irgendwo zu halten oder einzukehren, denn wie Kreuzfahridioten, haben sie ja alles nötige bei sich und so gut wie nichts davon vor Ort bezogen. Ich traf solche Spezies in einer entlegenen Strandbar, in der sie samt Bewachung Einzug hielten und erfuhr von der Gefährlichkeit der Stadt, in der ich jetzt bald 2 Wochen schon äußerst angenehm, amüsant, günstigst, friedlichst und reibungslos residiere. Man werde dort mit Sicherheit überfallen und bestohlen, meinten sie einhellig. Mit Sicherheit werdet ihr das in euren sündteuren Resorts, entgegnete ich mit ein paar Vergleichs- u. Rechenbeispielen. Konnte sie nicht wirklich eines anderen oder Besseren überzeugen und wollte das dann auch gar nicht mehr. Vielleicht ist’s sogar gut so, dass derart gestrickte und furchtsame ZeitgenossInnen in ihrem abgeschotteten Spaltbetonbodenbereich bleiben.

Booklet des BAP-Albums „Ahl Männer, aalglatt“

Für Freilandhaltung bräuchte es da schon, man entschuldige mich gnädigst (und darf ich endlich Emojeys verwenden?), Eier🤗 …ess ich im Ösiland nur selten, hier „drent unt“ hab ich mich ein wenig an das ortstypische Omelette als Morgenkulinarik gewöhnt und bislang vertrag ich’s auch. So viele Dinge, die ich nicht vertrag in diesen Zeiten, aber afrikanisches Essen gehört mit Sicherheit schon dazu. Allergien entwickelte ich auch abseits von Algerien, wenn Chinesen, Russen, Amis und manch andere Spezies sich für ihr schmutziges Geld nach Belieben alles erdenkliche, inklusive Menschen, erkaufen und einverleiben, was auf erwähntem und schon von den Kolonialmächten ausgelaugten Kontinent nur allzu leicht über die Bühne gehen kann. Und Drohnen! Da entwickle ich massive Unverträglichkeiten, wenn sie dir bis in die hinterste Zahnlücke alles ausleuchten und abfilmen. Hatte einst Nerven und die Geduld meiner Mitreisenden nur zu oft strapaziert, indem ich waghalsig auf alle möglichen Anhöhen kletterte, um ideale Perspektiven für ein gutes Foto zu finden. Heute schickt man dafür emotionslos Drohnen hoch, oder man holt sich’s gleich ungeniert aus’n Internetz. Macht doch keinen Spass, wie ich meine. Und respektloses Verhalten gegenüber Einheimische finden wir alle nicht lustig, oder?

Das Weinviertel, wie Franz Kunz es sah

Was mich beim Fernbleiben immer wieder erstaunt, ist bei allem Wert- oder sonstigem Schätzen dieser meist exotischen Gegenden, dass der Blick auf die, na nennen wir’s halt Heimat, zusehends milder, wohlwollender und toleranter wird, je weiter und länger man weg ist. Okay, es hält dann meist nicht so besonders lange an, aber jetzt stell ich mir grad ein oder 3 schöne Achterl Rot in einer lauschigen Kellergasse des Weinviertels, ein Frischgezapftes in einem gemütlichen Wiener Beisl, oder den herben Most einer urigen Hütte unserer Alpen vor und freu mich. Und wie ich mich auf die berühmten Streitgespräche mit meinen Innen und Freunden freu! Wieder mal ordentlich zamm’putzen und zamm’putzt werdn, kanns gar ned erwarten, welch eine Wonne…🌞

„Keep on keepin‘ on …like a bird that flew“

„So now I’m goin’ back again, I got to get to her somehow, all the people we used to know, they’re an illusion to me now, some are mathematicians, some are carpenters’ wives, don’t know how it all got started, I don’t know what they’re doin’ with their lives. But me, I’m still on the road, headin’ for another joint. We always did feel the same, we just saw it from a different point …of view“

Und die Hoffnung stirbt zuletzt, oder? In diesem Sinne auf eine BOA VISTA!

Ravalena, der Baum der Reisenden

Imagine there’s no heaven, it’s easy if you try. No hell below us, above us only sky. Imagine all the people living for today! Imagine there’s no countries, isn’t hard to do. Nothing to kill or die for and no religion too. Imagine all the people living life in peace! You may say I’m a dreamer, but I’m not the only one. I hope someday you’ll join us and the world will be as one. Imagine no possessions! I wonder if you can. No need for greed or hunger, a brotherhood of man. Imagine all the people sharing all the world! You may say I’m a dreamer, but I’m not the only one. I hope someday you’ll join us and the world will live as one. (John Lennon 1971)

Zu guter Letzt mein Blick ins Ösiland